Frische auf Knopfdruck – Milch in Strömen

    Bei der Brandenburger Landpartie vom 10. bis 11. Juni fließt neben Bier und Wein auch frische Milch. Zu den rund 240 ländlichen Betrieben, die zwischen Prignitz und Lausitz ihre Tore öffnen, gehören zahlreiche Milchbauern. In fast allen Landkreisen können Besucher dabei sein, wenn die Kühe gefüttert und gemolken werden, und in einigen Betrieben auch frische Rohmilch zapfen. 
    Immer mehr Landwirte in Brandenburg beginnen mit dem Direktverkauf ihrer Milch. Ein kleiner Schritt, um dem rasanten Preisverfall etwas entgegenzusetzen. Vor zwei Jahren hat die Fürstenwalder Agrarprodukte GmbH in Buchholz, einem Ortsteil von Steinhöfel im Kreis Oder-Spree, ihre Milchtankstelle auf dem Hof eröffnet. Das Prinzip ist einfach: Man bringt die eigene Flasche mit oder kauft eine vor Ort, wirft einen Euro in den Automaten und erhält einen Liter gekühlte Rohmilch. „An manchen Tagen haben wir bis zu 150 Liter Milch direkt verkauft“, erzählt Benjamin Meise, der Geschäftsführer des Landwirtschaftsbetriebs. „Bei knapp 20.000 Liter Milch, die unsere 740 Kühe täglich liefern, ist das betriebswirtschaftlich nicht besonders relevant“, schränkt er ein. Die Aktion sei jedoch gut fürs Image: „Viele Nachbarn kommen auf den Hof und lernen uns kennen.“ Auch Auszubildende fänden Betriebe interessanter, die sich um die Direktvermarktung ihrer Produkte kümmern, so Benjamin Meise. Der junge Geschäftsführer hat es nicht bei der Milchtankstelle belassen. Gleich nebenan steht ein Automat für Fleisch, frische Eier und andere Produkte des Hofes. Solche Automaten möchte er auch in anderen Dörfern aufstellen, um dort Versorgungslücken zu schließen. Auch Buchholzer Milch soll künftig in vielen Orten per Knopfdruck erhältlich sein. Meise baut dafür gerade eine Mikromolkerei, denn unbehandelt darf er sie nur auf dem Hof verkaufen.

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