Ist das der Plan des Ministeriums, jede Legislaturperiode eine neue Sau durchs Dorf zu treiben?

    Seitdem das Wasser- und Schifffahrtsamt im Jahr 2014 so mal eben entschieden hat, die Schleusenzeiten zu ändern, sprich drastisch zu kürzen, ist die Tourismusbranche in voller Aufregung. Das ist heute bei der Pressekonferenz des Tourismusverbandes Seenland Oder-Spree e.V. ganz deutlich geworden. Die Problematik ist, dass vor 2014 in der Zeit von 7.00 bis 22.00 Uhr geschleust wurde und seit 2014 nur noch von 8.30 bis 18.00 Uhr. Ellen Rußig, die Geschäftsführerin des Verbandes, sprach ganz deutliche Worte in Bezug auf die Schleusen-Problematik: „Wir sind hier angetreten, um das Potenzial des wasserreichsten Bundeslandes touristisch auszubauen. Dazu müssen wir, wenn wir etwas erreichen wollen, alle an einem Strang ziehen. Da kann sich doch eine Bundesbehörde nicht einfach über die Interessen eines attraktiven Erholungsgebietes hinweg setzen!“ Man kann Ellen Rußig da nur recht geben. Brandenburg – und das wissen wir alle – ist nicht gerade reich an Industrie. Der Tourismus ist ein wichtiger neuer  Wirtschaftszweig, der Arbeitsplätze bringt, in der Hotellerie, in Restaurants und Erlebnisparks, im Schiffbau, in der Kultur, um nur einiges zu nennen. Selbst die Ministerien in Brandenburg, die diese wichtige Rolle des Tourismus begrüßen und unterstützen, scheinen nichts gegen die Entscheidungen aus Berlin tun zu können. Was hat man nicht schon alles versucht, um die Bundesbehörde zu läutern! Man ist vor Ort in Berlin gewesen, man hat mit Staatssekretären gesprochen, das Problem erläutert, um Hilfe gebeten – doch bis heute gab es keine nennenswerte oder erfolgversprechende Reaktion. Wenn man davon ausgeht, dass ein Wassertourist, der mit seinem Boot beispielsweise aus Berlin kommt, um die Seenlandschaft zu erkunden, hat seit 2014 nur noch ein Zeitfenster von 9 ½ Stunden zur Verfügung. Wie weit kommt man denn da, bei vier Schleusen – Neue Mühle, Kummersdorf, Storkow und Wendisch Rietz – in dieser kurzen Zeit von 8.30 bis 18.00 Uhr? Die Region lebt auch von Tagestouristen. Es sind viele touristische Angebote als ein fester Bestandteil geschaffen worden. Aber es zeichnet sich schon jetzt ab, dass Unternehmen ihre Investitionen zurückstellen, weil sich das Wasser- und Schifffahrtsamt weigert, seine einstige Entscheidung zurückzunehmen. Begründung dieser Entscheidung ist übrigens der Stellenabbau an den Schleusen. Aus diesem Grunde hat sich der Tourismusverband Seenland Oder-Spree dazu entschlossen, andere Wege zu gehen, um Dobrindts Ministerium wachzurütteln. Es gibt eine Postkarte mit der Bitte, die Schleusenzeiten deutlich zu verändern, gleich komplett fertig. Nur noch Briefmarke drauf und ab die Post! Also, worauf warten Sie noch?!

    2016-04-29_Postkarte_Schleuse_759x500

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