Nun kann Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger, zwei Jahre nach dem Start der letzten Etappe, die Beräumung der illegalen Hinterlassenschaft der ehemaligen Firma Oder Schrott bei Friedrichsthal verkünden. Friedrichsthal in der Uckermark steht als prominentes Beispiel für ein Kapitel der Nachwendezeit, das Land, Städte und Gemeinden noch lange beschäftigen wird. Die neuen Bundesländer, damals auch mit der Bewältigung der zahlreichen Umweltsünden aus DDR-Zeiten befasst, boten ein breites Betätigungsfeld für Müllbeseitigungsunternehmen – darunter auch einige, die mit krimineller Energie unterwegs waren, gern auch als „Müllmafia“ bezeichnet. Ab 1991 entwickelte sich das Mülllager in Friedrichsthal zu einem der schwersten Fälle von Umweltkriminalität. 1998 wurde Strafanzeige wegen ungenehmigten Anlagenbetriebs gestellt. Die Betreiber verließen im April 1999 das Gelände, ohne ihren Sicherungs- und Beräumungspflichten nachzukommen. So wurde Friedrichsthal zu einem der Mülllager im Land, bei denen es trotz aufwändiger Recherchen und Gerichtsverfahren nicht gelungen ist, den früheren Eigentümer haftbar zu machen. Nach Ausreizung aller Rechtsmittel hatten sich 2015 das Land, der Landkreis und die Gemeinde verständigt, nicht länger zu warten und gemeinsam und abschließend die Altlasten auf dem Gelände der ehemaligen Jungviehanlage zu beräumen. Voraussetzung war, dass die Gemeinde in Vorleistung ging und die betroffenen Flächen erwarb.

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