Überschattet von der tiefgreifendsten Krise der vergangenen Jahrzehnte in der Landwirtschaft, haben sich die Mitglieder des Rinderzuchtverbands Berlin-Brandenburg eG (RZB) getroffen. „Das Ringen um eine gemeinsame Position der Bundesländer um ein Maßnahmenpaket zur Bewältigung der Krise am Milchmarkt auf der Agrarministerkonferenz, hat den Ernst der Lage nochmals deutlich gemacht“, betont Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger. Nicht nur der Milch-, auch der Schweinemarkt befindet sich in einer der schwersten Krisen. Die Bauern sehen sich einem ruinösen Wettbewerb im Einzelhandel ausgeliefert. Den Betrieben geht es an die Substanz. Wenn Milchprodukte weiterhin aus Deutschland oder aus der Region kommen sollen, darf der Preiskampf nicht weitergehen. Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage am Milchmarkt besteht nun schon seit Monaten. Kurzfristig ist keine Entlastung zu erwarten – einige Marktbeobachter rechnen sogar noch mit weiteren Verschärfungen. Deshalb muss die Rohstoffmenge reduziert werden. Wenn die freiwillige Mengensteuerung nicht gelingt, so haben sich nach Vogelsängers Worten die Agrarminister verständigt, soll es befristete, entschädigungslose, EU-weite, staatliche Maßnahmen zur Mengenbegrenzung geben. Das bereits zur Bewältigung der Milchkrise auf den Weg gebrachte Liquiditätsprogramm und die Aufstockung des Bundeszuschusses zur landwirtschaftlichen Unfallversicherung ist für Vogelsänger richtig und wichtig. Dies reicht jedoch nicht aus. „Wir haben vor diesem Hintergrund den Bund aufgefordert, sich auf EU-Ebene für ein zweites, finanziell besser ausgestattetes Hilfspaket einzusetzen.“

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