Pferdezucht und Pferdesport haben sich in Brandenburg in den vergangenen Jahrzehnten zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Drei bis vier Pferde ergeben nach der gängigen Faustregel einen Arbeitsplatz. Danach verdienen in Berlin und Brandenburg mehr als 12.000 Menschen ihren Lebensunterhalt direkt oder indirekt durch Serviceleistungen rund ums Pferd, Pferdesport und Pferdezucht. Die Pferdehöfe in den Dörfern bieten attraktive Möglichkeiten der aktiven Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche in der näheren Umgebung. Die Pensionspferdehaltung hat sich zu einer Einkommensalternative für zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe, vor allem in Großstadtnähe, entwickelt. Dabei erhöhen Pferde nicht nur die Attraktivität und den Erholungswert ländlicher Räume, sie tragen auch zur Offenhaltung der Landschaft bei. Trotz der positiven Aspekte hat die Pferdezucht in ganz Deutschland in den letzten Jahren bei nahezu allen Rassen Rückgänge zu verzeichnen. Ein leichter Anstieg der Bedeckungen im Jahr 2015 lässt auf eine Trendwende hoffen. Weniger verfügbares Einkommen, mehr konkurrierende Freizeitangebote, längere Schulzeiten, höhere Einstellkosten durch höhere Pacht- und Futterpreise, kostengünstige Pferde aus dem Ausland sowie die Möglichkeit der Erhebung einer Pferdesteuer durch die Gemeinden sind nur einige Gründe dafür. In Berlin und Brandenburg werden 45.000 Pferde, vorwiegend als Sport- und Freizeitpartner, gehalten. 15.762 Mitglieder sind in insgesamt 467 Reitsportvereinen des Landesverbandes Pferdesport Berlin-Brandenburg e.V. organisiert. Die durch den Verband betreuten 191 Pferdebetriebe beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit der Pensionspferdehaltung, dem Reit- und Ausbildungsbetrieb sowie dem Tourismus.

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