Auf steinigen Wegen zum Erfolg

    Über viele Jahre hat Anni Falk ihren Beruf als examinierte Krankenschwester in der Rettungsstelle und der Kardiologie-Wachstation des Helios Klinikums gelernt und fachgerecht mit Begeisterung ausgeübt. Dieser Beruf ist eine echte Herausforderung, kein Tag gleicht dem anderen und immer ist man gefragt und wird gefordert, sagt sie. Das sei in jungen Jahren ihr absoluter Traumberuf gewesen, in dem sie dann schließlich auch aufging. Mit den Jahren, wenn sich der berufliche Erfolg einstellt, wird man ruhiger und identifiziert sich immer stärker mit seinem Lebensumfeld und der Heimatregion. Die weiteren Ziele sind zumeist familiär schon geplant – Familie und Kinder – und erst dann geht das Leben so richtig rund. Es gibt Höhen und Tiefen, die bewältigt werden müssen. Der oft belastende Schichtdienst im Helios machte es sehr schwierig, einen Kompromiss mit der Pflegedienstleitung zu erzielen.

    Jeder, der im Schichtsystem arbeitet, kann nachfühlen, das dabei nicht allzu viel Zeit für die Familie bleibt. Sie habe versucht, in das Einschichtsystem zu wechseln – leider zunächst erfolglos. Beinahe fünf Jahre habe sie gebraucht, um dieses Ziel zu erreichen, vor allem ihrer Kinder zuliebe. Aber dann kam alles ganz anders. Ein Freund habe sie auf eine neue Idee gebracht, das Leben doch einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Das habe ihr gut getan, ihren Beruf aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Dann bot sich die Möglichkeit, bei einem Pflegedienst Einblick zu nehmen und Anni Falk war wie elektrisiert, zu sehen, was alles möglich ist. Jetzt stand das Leben aber mal so richtig Kopf! Klar war, dass der Aufbau eines neuen Unternehmens viel Zeit und Kraft kosten würde und dabei wieder einmal die Familie zu kurz käme. Aber ihre Familie stand hinter ihr und unterstützte sie und ihr Vorhaben soweit es möglich war. Gerade zu diesem Zeitpunkt hatte das Klinikum für den Frühruhestand geworben – mit Aussichten auf eine Abfindung. Für Anni Falk war das die Gelegenheit, die sich vielleicht so schnell nicht wieder ergeben würde. Sie nahm das Angebot der Klinik an. Mit einem weinenden Auge, denn immer hin war sie 17 Jahre lang mit Leib und Seele examinierte Krankenschwester in der Rettungsstelle und der Kardiologie-Wachstation und mit einem lachenden Auge, da es jetzt mit einem neuen Ziel in die Selbstständigkeit ging. Und dieses Ziel hieß „Pflegedienst Anni Falk“. Mit drei weiteren examinierten Krankenschwestern gründete sie die Firma und hatte, wie viele couragierte Frauen ihrer Zunft, mit viel Engagement ein Konzept erarbeitet und einen Steuerberater gefunden, aber es fehlte noch die nötige Liquidität. Die Banker verstanden nicht, was auf die Gesellschaft in der Zukunft noch zukommen würde, ihnen fehlte der Weitblick, den viele im Gesundheitswesen Tätige damals schon hatten. Bei den großen Geldinstituten mit ihren wohlklingenden Namen war einfach nicht zu landen. Aber die Sparkasse Oder-Spree, ein Unternehmen, das sich seit vielen Jahren in der Region engagiert, teilte diese Vision und unterstützte sie in ihren Bestrebungen. Jetzt konnte Anni Falk starten mit der Werbung für ihr Unternehmen bei Ärzten und Arztpraxen. So kam man einfach besser ins Gespräch, um sich vorzustellen. Nun, in neuer Funktion, kam sie natürlich unweigerlich auch mit dem Klinikum ins Gespräch. Es ging um die Pflegeüberleitung, die Klinik stand dem Plan offen gegenüber und stellte eine Zusammenarbeit in Aussicht. Der steinige Weg begann sich zu lohnen, immerhin machte sie ihre Arbeit sehr gut, das hatte sie auch in den Klinikjahren immer wieder gehört. Es gibt aber auch Momente im Leben, wo einem das Auskommen mit seiner Firma schwer gemacht wird. Der Markt ist hart umkämpft, man muss sich diesen Auswüchsen stellen und seine Schlüsse daraus ziehen. Aber das Leben geht weiter und mit frischen Ideen feiert der Pflegedienst Anni Falk nun schon sein 10-jähriges Jubiläum.

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