Helios Klinikum Bad Saarow lädt zur Sonntagsvorlesung

    Wenn Bauchorgane ihren eigentlichen Platz verlassen und sich durch eine Bruchlücke aus der Bauchwand herauspressen, spricht man von einer Hernie oder einem Bauchwand- oder Weichteilbruch. Diese Brüche können so kompliziert sein, dass schnell operiert werden muss. Wann dies der Fall ist und welche Operationsmethoden es gibt, erläutert Chefarzt Dr. med. Joachim Böttger in der nächsten Sonntagsvorlesung am 22. Oktober, um 10 Uhr im Helios Klinikum Bad Saarow.

    Ein Bauchwandbruch (Hernie) entsteht, wenn die Bauchwand dem Druck aus dem Bauchinneren nicht mehr standhalten kann. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich. Ein Bauchwandbruch kann angeboren sein oder im Laufe des Lebens – beispielsweise als Folge einer Bauchoperation – erworben werden. Dabei begünstigen einige Faktoren seine Entstehung – wie ein schwaches Bindegewebe, schwache Bauchmuskeln, chronischer Husten, starkes Pressen beim Stuhlgang, Übergewicht oder ein häufiges Heben schwerer Gegenstände.

    Zunächst verursachen Bauchwandbrüche nicht unbedingt Beschwerden und werden oft nur von den Betroffenen zufällig bemerkt. „Von einem komplizierten Bauchwandbruch sprechen wir, wenn der Bruch größer als 15 Zentimeter im Durchmesser ist, Eingeweideinhalte eingeklemmt sind oder sich der Bruch an schwer erreichbaren oder ungünstigen Stellen befindet“, erläutert Dr. med. Joachim Böttger, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie im Helios Klinikum Bad Saarow. Vom lebensbedrohlichen Darmverschluss, bei dem unverzüglich operiert werden muss, vom Darm, der sein „Heimatrecht“ im Bauch verloren hat, was zu schwierigen operativen Eingriffen und Rekonstruktionen führt: Mit diesen und weiteren komplizierten Bauchwandbrüchen wird sich der Referent in der Vorlesung auseinandersetzen.

    „Auch wenn viele Bauchwandbrüche keinerlei Beschwerden verursachen und ein geringes Risiko für Komplikationen aufweisen, steht fest, dass eine Operation die einzige Möglichkeit ist, um sie zu beseitigen“, so der Spezialist. Hierfür gibt es eine Vielzahl von Operationsmethoden. „Das Operationsverfahren passen wir individuell auf jeden Patienten an. Neuerdings verwenden wir auch speziell beschichtete Kunstnetze, um das Verkleben oder gar Anwachsen von Darmschlingen an das Netz zu verhindern“, erklärt er.

    Je nach Operationsverfahren können die Eingriffe ambulant oder für ein bis zwei Tage stationär durchgeführt werden. In jedem Fall sind nach der Operation Schonphasen einzuhalten, die je nach Art des Eingriffes unterschiedlich lang sind. Bei großen Brüchen wird das Tragen von Stützverbänden für einige Wochen nach dem Eingriff angeraten.

    Im Anschluss der Vorlesung stehen die Experten gerne für individuelle Fragen zur Verfügung.

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