Bei Nicht-Behandlung drohen Gesundheitsschäden

    Immer mehr junge Menschen leiden in Brandenburg unter Magersucht. Dies geht aus Analysen der Barmer hervor. Demnach waren in Brandenburg 330 Barmer-Versicherte im Jahr 2016 wegen Anorexie in ärztlicher Behandlung. Im Jahr 2011 waren es noch 199. Das entspricht einer Zunahme von 65,8 Prozent innerhalb der vergangenen fünf Jahre. In keinem anderen Bundesland sind die Anorexie-Diagnosen so stark angestiegen wie in Brandenburg. „Magersucht ist keine Begleiterscheinung der Pubertät, sondern eine schwere Erkrankung. Bleibt sie über einen längeren Zeitraum unbehandelt, drohen sogar unheilbare Zahnschädigungen, Nierenschäden oder Osteoporose“, sagt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer. Mädchen und junge Frauen sind besonders häufig betroffen. Von den 330 Bulimie-Fällen entfielen 308 auf Mädchen und Frauen und nur 22 auf Jungen und Männer. Die Dunkelziffer dürfte bei beiden Geschlechtern jedoch weit höher liegen. Laut der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland KiGGS gibt es bei knapp 22 Prozent der elf bis 17-Jährigen Hinweise auf eine Essstörung. „Es gehört zum Charakter einer Essstörung, dass die Betroffenen ihr Problem negieren und erst zum Arzt gehen, wenn ernsthafte Folgeerscheinungen, wie Kreislaufprobleme oder das Ausbleiben der Menstruation auftreten“, sagt Leyh. Ursachen und auslösende Faktoren einer Essstörung sind vielfältig und liegen häufig in der psychischen Verfasstheit. Falsche Schönheitsideale haben eine verstärkende Wirkung. Leyh empfiehlt Eltern, Rat bei einer Beratungsstelle einzuholen, wenn sie den Verdacht haben, ihr Kind könne an einer Essstörung leiden. Auch Lehrer und Freunde können helfen, indem sie aufmerksam sind, die Betreffenden vorsichtig ansprechen und ihre Unterstützung anbieten.

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