Die Johanniter sind ein wichtiger Garant, wenn es um das spezielle Thema „Hospiz“ geht. Mit einem leidenschaftlichen, von Informationen geprägten Nachmittag empfingen sie die Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Diana Golze, in Eisenhüttenstadt, am Hauptsitz der Johanniter des Landkreises Oder-Spree. Noch bevor sie das Gebäude betrat, wurde sie herzlich durch die Mitarbeiter und den  Landesvorstand willkommen geheißen. Die Herzlichkeit war enorm, man könnte beinahe sagen „Willkommen zu Hause“. Dies zeichnete sich unter anderem auch dadurch aus, dass die ehrenamtlichen Mitarbeiter mit Herz und Verstand voll bei der Sache sind. Wie sich wenig später herausstellte, hatten sie den Nerv getroffen, denn was vermutlich keiner weiß: Die Ministerin isst gern mal ein gutes Stück Kuchen – und die selbstgemachte Torte hatte es in sich. Bei diesem mit Respekt erfüllten Zusammensein wurde der Ministerin die doch sehr emotionale Arbeit bis ins kleinste Detail erklärt. Diana Golze war sehr wissbegierig, sie hinterfragte, schrieb sich wichtige Punkte gleich auf, um diese dann besser verarbeiten zu können. Die inhaltliche Arbeit der mittlerweile 29 ehrenamtlichen Hospiz- und Familienbegleiter besteht darin, den Angehörigen und im tieferen Sinne den Patienten zu helfen, Abschied zu nehmen. Was das bedeutet, dürfte jedem klar sein, der das schon bei einem Angehörigen miterleben musste: die nervliche Anspannung, das ohnmächtige Mitansehen, der unweigerliche Ausgang. Und wenn  die Ärzte nichts mehr tun können und die Lebenszeit nur noch Tage oder Wochen beträgt, bleibt meist nur ein letzter Wunsch: in Würde sterben zu können. Diesen Wunsch erfüllt der Hospizdienst der Johanniter in Eisenhüttenstadt unheilbar kranken Menschen aus der Region. Seit 2009 hat der ambulante Hospizdienst 216 Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet. „Manchmal braucht es Zeit, bis der Betroffene annehmen kann, zu gehen. Dahin wollen wir ihn begleiten – mit allen Fragen, Begegnungen, Wünschen und Ängsten. Wir hören zu, reden, schweigen, weinen und lachen mit den Patienten – wir sind einfach da“, erzählt Eileen Samol, Koordinatorin des Johanniter-Hospizdienstes im Regionalverband Oderland-Spree. Hospizbegleiterin Heike Gunkel erzählte von der ebenso schweren wie erfüllenden Aufgabe, für sterbende Menschen da zu sein. Gespräche, Bücher und Musik gehören ebenso dazu wie Düfte Klänge und Kerzen. Seit sechs Jahren engagiert sich die 49-Jährige ehrenamtlich im Hospizdienst und wurde dafür bereits mehrfach ausgezeichnet. Silvana Radicione, Mitglied im Landesvorstand Berlin/Brandenburg der Johanniter-Unfall-Hilfe Es sind Menschen wie Heike Gunkel, die die Gründung des Hospizdienstes möglich gemacht haben und die dieses wichtige Angebot am Leben halten unseren ehrenamtlichen Hospiz- und Familienbegleitern gilt unser allergrößter Dank. Auch Uwe Kleiner, Mitglied im JUH-Regionalvorstand Oderland-Spree, ist stolz auf sein Team: „Die Kolleginnen und Kollegen stehen den Sterbenden und ihren Familien nicht nur während des Abschiednehmens zur Seite, sondern schaffen auch einen Raum für die Trauer der Hinterbliebenen.“ So lädt der Hospizdienst zum Beispiel einmal im Monat zum Trauer-Café und einmal jährlich zu einer Gedenkfeier. Darüber hinaus bieten die Hospizhelfer Projekttage an Schulen an, um Kinder einfühlsam auf das Thema Krankheit, Tod und Trauer vorzubereiten. Aufgrund des steigenden Bedarfs bauen die Johanniter zudem seit Juli 2015 den Kinderhospizdienst Nora auf. Für Familien mit schwerstkranken Kindern oder Jugendlichen, die einen hohen Pflegeaufwand beanspruchen und deren Lebenszeit krankheitsbedingt begrenzt ist, in ihrer häuslichen Umgebung zu unterstützen, zu betreuen, Trost zu spenden, Ermutigung zu geben und ihnen auf dem Weg des Abschiednehmens zur Seite zu stehen. Die Sozialministerin war voller Bewunderung und stark beeindruckt über die Verantwortung, die hier übernommen wird.

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