Wie Pilze aus dem Boden sprießen derzeit Firmen, die kostenfreie Immobilienbewertungen offerieren und es einem Verkäufer somit angeblich sehr leicht machen, einen Kaufpreis für seine Immobilie zu ermitteln. Als Verkäufer ist man natürlich angetan von diesem Service. Aber wer verbirgt sich dahinter und wie läuft die Bewertung eigentlich ab? Zwei Wege werden unterschieden. Bei einigen Portalen läuft die Bewertung ausschließlich online ab. Man gibt die Daten ein und im Nu erhält man eine Bewertung zu seiner Immobilie. Andere Portale leiten die Daten hingegen an einen Makler weiter, der dann Kontakt mit dem Kunden aufnimmt und die Immobilie vor der Bewertung besichtigt. Und alles kostenfrei. Aber stellt man sich doch zunächst die Frage, wie viel kostenfreie Dienstleistungen eigentlich wert sind und warum es nette Menschen gibt, die etwas kostenlos anbieten? Wie können diese Firmen existieren und wie werden die unzähligen Werbemaßnahmen auf allen Kanälen bezahlt? Für uns als Wertgutachter müssten diese Portale der große Segen sein, in nur 10 Minuten Dateneingabe eine Wertermittlung zu jeder denkbaren Immobilie. Das kann man wirklich von zu Haus – und dazu noch kostenfrei! Wertgutachter Sascha Schenk von Vent Immobilien Bad Saarow distanziert sich stark von der Online-Methode, da sie weder den regionalen Markt, die Datensammlungen des zuständigen Gutachterausschusses noch eine zwingend notwendige Objektbesichtigung beinhaltet. Die Methode mag in Ballungsgebieten funktionieren, wo der Immobilienmarkt aktiver ist, oder bei Eigentumswohnungen. In unserer Region gibt es aber zu wenig Vergleichsobjekte, um aussagekräftige Vergleichspreise mit dieser Methode ermitteln zu können, zumal jede Immobilie auch immer noch ein Unikat ist und Besonderheiten aufweist. Die Online-Immobilienbewertung kann nicht als realistische Marktwertermittlung verstanden werden. Für gerichtliche Auseinandersetzungen, für das Finanzamt, Erbstreitigkeiten oder Scheidungsangelegenheiten muss auch weiterhin auf einen Gutachter bzw. Sachverständigen zurückgegriffen werden. Dieser schaut sich eine Immobilie gründlich an und holt die zur Bewertung notwendigen Unterlagen ein. Die Bewertung eines Sachverständigen kann auch nicht kostenlos erfolgen, da man sonst ein sogenanntes „Gefälligkeitsgutachten“ unterstellen könnte und die Bewertung von den zuständigen Stellen nicht anerkannt wird. „Man sollte zunächst den Zweck der Wertermittlung klären, um dann gleich den richtigen Weg einschlagen zu können“, empfiehlt Sascha Schenk. Bei der zweiten Methode der Online-Immobilienbewertung kommt ein Makler zur Besichtigung der Immobilie, um dann im Nachgang einen Wert zu ermitteln. Aber von wo kommt der Makler – vom Onlineportal? Natürlich nicht. Die Onlinebewertungsportale suchen sich regional ansässige Makler als Kooperationspartner für diese Aufgabe. Sie vermitteln an den Kunden in der Regel zwei bis drei Kontakte von regionalen Maklerunternehmen. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum soll man erst die Zeit für eine Dateneingabe aufbringen, dann ein Telefonat mit einem Kundenbetreuer des Portals führen, wenn zwei bis drei regionale Makler vermittelt werden, die man auch eigenständig im Internet oder der regionalen Presse finden kann? Selbstverständlich werben die Onlinebewertungsportale mit qualifizierten Maklern, aber ist es nicht sinnvoller, man bildet sich eine eigene Meinung vor Ort. „Um uns einen Überblick zu verschaffen, haben wir uns bei einigen Portalen testweise listen lassen. Jedoch haben wir den Eindruck gewonnen, dass die Nutzer die Portale nur aus Neugier besuchen und somit den Maklern die Zeit nehmen, sich um ernsthafte Vorgänge qualifiziert kümmern zu können. Gehen Sie lieber den direkten Weg zu einem qualifizierten regionalen Makler und schauen Sie sich seine Qualifikationen, Leistungsfähigkeiten und Referenzen an. Das spart Zeit und Nerven und führt zu Marktpreisen, die auch in der Region zu erzielen sind, in der sich die Immobilie befindet“, so Sascha Schenk abschließend.

    Vent Immobilien 

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