War das ein Spaß – Lilo Wanders in der Kulturfabrik am letzten Donnerstag in Fürstenwalde! Wir kennen „sie“ alle, Mitte der 90ziger begann „ihr“ kometenhafter Aufstieg mit der Kultsendung „Wahre Liebe“. Ernst-Johan „Ernie“ Reinhardt ist Schauspieler und Travestiekünstler und tritt in der weiblichen Rolle einer alternden Theaterdiva mit Starallüren auf. Wie eh und je brilliert er in dieser Rolle auf höchster Ebene. Er ist sehr gefragt, das hat er seiner Einzigartigkeit zu verdanken. Die Kulturmanager allerorten versuchen, ihn in ihre Kulturtempel zu bringen – und Fürstenwalde ist es gelungen. Der Abend war herzhaft, herzlich und ungemein amüsant. Gleich zu Beginn des Abends sah er auf seine bisherige Karriere humorvoll zurück und sagte, „Wahre Liebe“ sei der Hammer gewesen. Satte 545 Sendungen hatte er mit nahezu 1.000 Gäste auf dem Sofa zugebracht. 750 Millionen Zuschauer, wenn man die Wiederholungen mitzähle, und dabei auch noch 82 Heiratsanträge erhalten, die er, so erzählte Reinhardt in seiner süffisanten Art, dann doch schweren Herzens abgelehnt hatte. Sein Lebensmotto sei „Öffnet die Herzen, herzt die Öffnungen“. Nach all den Jahren, die er sich mit der Sexualität befasst hätte, sagte er: „Da bleibt etwas hängen, es gibt so viel mehr Spielarten der Liebe als man uns weißmachen will, da schlackert man mit den Ohren.“ In einzelnen Episoden erzählte er frei von der Leber weg, ganz frei über die Szenarien des Liebeslebens und worum sich seine Gedanken so drehen: Zum Beispiel wiegt ein Elefantenpenis 30 Kilo. Aber wen interessiert das? Ja, die Elefantenkuh. Das immense Wissen um die Zweideutigkeiten der Sexualität und der Liebe macht ihn so einzigartig. Die Gäste waren begeistert und werden Lilo Wanders sicherlich so schnell nicht vergessen.

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