Bürgermeister zu vermieten!

    Alle drei Kandidaten zur Bürgermeisterkandidatur hatten Anfang des Jahres gemeinsam einen Vertrag unterschrieben, der beinhaltet, dass Sie im Rahmen ihres Wahlkampfes mindestens 8 Stunden Kindern unter anderem für Fragen zur Verfügung stehen. Was sie dabei im Einzelnen machen können, ist teilweise schon vorherbestimmt: sportliche Herausforderungen, Diskussionen, aber auch die aktive Teilnahme an AGs, wie zum Beispiel beim Kochen oder einer Theater-AG.


    Bürgermeisterkandidatin Karin Lehmann…

    … war beispielsweise am letzten Donnerstag in der Jugendbasis Alpha, um dort gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen etwas zu kochen. Das war schon spannend – und zwar für beide Seiten. Aus Kindersicht war es neu und aufregend, mit Karin Lehmann, die sie teilweise zwar aus Sportabteilungen der BSG Pneumant kennen, aber sie so noch nie wirklich erlebt hatten, etwas ganz anderes zu unternehmen. Und aus Kandidatensicht sind diese Termine eine wunderschöne Möglichkeit, sich mit der kommenden Generation der Wähler auf frech-lockere Art und Weise zu unterhalten. Eigentlich war geplant, Königsberger Klopse zuzubereiten, aber das war dann doch nicht jedermanns Geschmack. Schlussendlich gibt es wohl nur ein Gericht, auf das jedes Kind hierzulande abfährt: Nudeln mit Tomatensoße und Mini-Bouletten. Das brauchte man den Mädchen und Jungen der Koch-AG der Jugendbasis Alpha nicht zweimal zu sagen, alle waren sofort Feuer und Flamme und standen bereit, Zwiebeln zu schneiden, Gehacktes zu würzen und daraus Mini-Bouletten zu formen, dann Wasser aufzusetzen für die Nudeln, Käser zu raspeln und die Soße zuzubereiten. Spätestens ab diesem Zeitpunkt gab es kein Halten mehr, alle packten mit an – und danach gab es ein gemeinsames selbstgekochtes Abendessen.


    Immer wieder eine Überraschung, eine weitere Leidenschaft kommt ans Licht:

    Bürgermeisterkandidat Hans-Ulrich Hengst…

    … versteht tatsächlich etwas von der leichten Küche, natürlich immer dann, wenn es mal wieder schnell gehen muss. Geladen hatte die Jugendbasis Alpha in Fürstenwalde. Die Kinder und Jugendlichen hatten ihn zunächst aber mit dem Vergnügen konfrontiert, am Kickertisch die richtigen Hebel zu ziehen. Darauf versteht er sich ja besonders gut und konnte die Kids mitziehen und begeistern. Spaghetti Carbonara sollte es anschließend werden, was dazu gebraucht wurde, ist simpel: Nudeln, Käse, Kochschinken, etwas Salz, Sahne – und schon konnte es losgehen. Während des Zubereitungsmarathons stellten die Kids ganz viele ernsthafte und lustige Fragen und quetschten den Kandidaten so richtig aus. Die Frage „Warum müssen wir schon wählen?“, wurde gleich beantwortet: Von „müssen“ könne hier keine Rede sein, es steht jedem frei, wählen zu gehen, er sähe das auch etwas kritisch, so Hengst. Jedoch könne das auch eine Herausforderung für die jungen Leute mit 16 Jahren sein, die sich schon frühzeitig, wenn sie es denn wollten, mit einbringen könnten. Ob der Bürgermeisterkandidat nicht dafür sorgen könne, dass die Ferien länger dauerten? Das sei ein Problem aller Generationen, es würde viel Geduld und Zeit erfordern, bis man die da oben von dieser Notwendigkeit überzeugt hätte. Und warum hat er keinen linken Arm mehr? Ein schwerer Autounfall hatte ihn den linken Arm gekostet. Und warum ist er der Präsident des FSV Union Fürstenwalde? Weil die Mitglieder des Vereins ihn gewählt haben. Viele der Kids hatten ihre eigene Meinung zum FSV Union und taten sie ohne Umschweife auch kund. Das ist die Leichtigkeit, die uns heute fehlt, so offen und frei unsere Meinungen zu äußern. Die Zeit verging wie im Fluge und schon waren die Nudeln mit Carbonara-Soße fertig. Alle ab in den Hauptraum an die Tafel und das Ergebnis des gemeinsamen Kochens genießen!


    Matthias Rudolph…

    … spielte am Donnerstag in der Sigmund-Jähn-Grundschule in der Tischtennis-AG eine große Rolle. Willkommen geheißen von dem stellvertretenden AG-Leiter und Lehrer Stephan Gesk, ging es kurz darauf auch schon los. Wenn sich nicht gerade eine Grippewelle durch die Schule wälzt, dann sind 17 Kinder mit von der Partie. Stephan Gesk stellte den Bürgermeisterkandidaten der BFZ vor, doch die Kinder waren eher am Spiel interessiert, was im ersten Moment nicht weiter schlimm war, denn über kurz oder lang kam man ja dann doch über den sportlichen Wettkampf ins Gespräch. In den Warmmach-Runden bei der Spielart „Chinesisch“ blieb kein Auge trocken – mit spielerischer Leichtigkeit gingen die Kinder miteinander um. Der Hauptakt für Matthias Rudolph war das Anfangs angekündigte Matchen zwischen ihm und dem doch kräftig wirkenden Mohamed. Der 11-Jährige gehört zu den Favoriten der Tischtennis-AG in der Sigmund-Jähn-Grundschule und ließ dem Bürgermeisterkandidaten wenig Luft nach oben – und doch war es ein knapper Fight. Die Kinder waren begeistert über das tolle Gastgeschenk, denn Matthias Rudolph hatte 20 Tischtennisbälle für ihre AG mitgebracht.  

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