Großes Interesse der Bürger

    Es kommt nicht so oft vor, dass in der Löcknitz-Grundschule nach 19 Uhr die Mensa hell erleuchtet ist. Am 31. Januar war das aber der Fall. Die Märkische Oderzeitung hat es geschafft, in den Räumen der Schule eine öffentliche Veranstaltung durchführen zu dürfen. Über 100 Erkneranerinnen und Erkneraner waren der Einladung zu dem traditionellen Forum vor der Bürgermeisterwahl gefolgt. Sie nahmen alle vier Kandidaten, Jan Landmann (SPD), Silke Voges (parteilos auf der Liste der LINKEN), Hendryk Pilz (CDU-Mitglied als Einzelkandidat) und Jens Wissendaner (Einzelkandidat), genauestens unter die Lupe. Alle vier meisterten die Anstrengung, nach einem ausgefüllten Arbeitstag noch einmal zweieinhalb Stunden Rede und Antwort zu stehen, mit Erfolg. Kondition haben sie alle.

    Im Mittelpunkt des Interesses der Wählerinnen und Wähler standen Fragen zu Lösungen für die Verkehrs- und Parkplatzprobleme, für die barrierefreie, attraktive Gestaltung, für das Miteinander von Umweltschutz und Wohnungsbau und für die Erhöhung der Sicherheit in Erkner. Gefragt wurde auch nach den Ideen der Kandidaten für Entwicklung der Kitas und Schulen, für die Ausgestaltung des Tourismus und des Mittelzentrums Erkner sowie damit zu den Beziehungen der Stadt zum Umland. Natürlich wollten die Gäste von den Bürgermeisterbewerbern gern wissen, welche Erfahrungen und Kenntnisse sie mitbringen, welche Arbeit sie unmittelbar nach der Wahl in Angriff nehmen wollen und welche Ziele sie sich für ihre Amtszeit stellen.

    Natürlich können hier nicht alle Antworten auf alle Fragen dargestellt werden. Daher eine kleine Auswahl als sinngemäße Wiedergabe:


    Jan Landmann

    bringt als Polizist und freigestellter Personalrat Kompetenzen im Verwaltungsbereich mit und hat Führungskräfteschulungen absolviert. Er wird sich für das Schulzentrum an der Morus-Oberschule, für die Vereine sowie für eine Sicherheitspartnerschaft von Ordnungsamt, Polizei und Einwohnern stark machen. Für die Lösung der Verkehrsprobleme möchte er auf internen und externen Sachverstand bauen. Sind die rechtlichen und finanziellen Bedingungen geklärt, können begonnene Projekte gebaut und weitergeführt werden (behindertengerechter Umbau des Gerhart-Hauptmann-Hauses, Rufbusse, Wohnungen in Hohenbinde und Karutzhöhe).

     

     


    Silke Voges

    arbeitet seit 25 Jahren in der Verwaltung des Berliner Stadtbezirks Treptow-Köpenick, war davon lange Zeit im Sozialamt. Jetzt leitet sie den Bereich Personalentwicklung. „Ich weiß, wie Verwaltung tickt und kenne die richtigen Fragen, die ich Mitarbeitern der verschiedenen Ressortstellen muss“, sagt sie. „Zufriedene Mitarbeiter sind gesund und arbeiten gern.“ Ein Mitarbeiter, der sich mit dem Thema Wirtschaftsförderung befasst, sollte eingestellt werden. Wenn sie Bürgermeisterin ist, will sie das „Gläserne Rathaus“ mit Informationen und Dialog mit den Bürgern sowie einen Bürgerhaushalt einführen, bei dem Einwohner über den Haushalt mitbestimmen können, den Bahnhof und sein Umfeld attraktiv und barrierefrei gestalten. Ihr Herz schlägt für einen bedarfsgerechten ÖPNV auch für Rufbusse und für ein Radwegenetz mit sicheren Fahrradabstellmöglichkeiten. Alles, was anregt, das Auto stehen zu lassen, wird unterstützt, auch dezentrale Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt. Tempo 30 in der gesamten Stadt sowie durchgehende Lärmschutzwände an der Bahn will sie erkämpfen. Im Trinkwasserschutz gibt es keinen Bau. Ein Baulückenkataster der Stadt soll Wohnungsbaumöglichkeiten in der Stadt ausweisen. In KITAs geht es um die Verbesserung der Qualität des Essens und der Betreuung der Kinder. Eine zentrale Kita-Platz-Vergabe ist denkbar. Die Zusammenarbeit mit den Umlandgemeinden könnte mit einem gemeinsamen Veranstaltungskalender beginnen.


    Hendryk Pilz

    ist seit seiner Geburt Erkneraner und seit 2008 Stadtverordneter in Erkner (Fraktionsvorsitzender der CDU). „Dabei habe ich neu denken gelernt und Erfahrungen im Umgang mit der Verwaltung gesammelt. Ich bin teamfähig, ehrlich und kompetent“, umschreibt es sich als Persönlichkeit. Er war selbständiger Unternehmer und ist jetzt Vorsitzender des Aufsichtsrates der Wohnungsgesellschaft Erkner mbH. Auch als Leiter des Vereins Lichterfest hat er Erkner mitgestaltet.

    Die Barrierefreiheit von Erkner, das Tourismuskonzept und der Lärmaktionsplan sind beschlossene Sachen, die weitergeführt und qualifiziert werden. Erkners Attraktivität, seinen ausgeglichen Stadthaushalt, die Vereinsförderung sollen erhalten bleiben. Wenn er Bürgermeister ist, will er sich als erstes das Ordnungsamt vornehmen, um mit mehr Kontrollen die Ordnung und Sicherheit in der ganzen Stadt zu erhöhen. Mit den zuständigen Stellen wie Polizei, Bahn, Landkreis sowie Land Brandenburg will er ständig sprechen, um die Lösung der Sicherheits-, Lärm-, Verkehrs- und Schulprobleme voranzubringen. Die Problematik der Zusammenarbeit im Mittelzentrumsverbund ist schwierig, muss aber angegangen werden.


    Jens Wissendaner

    ist seit zehn Jahren Sozialarbeiter in Erkner, hat viel mit Menschen zu tun, die er gut einschätzen und leiten kann. Gut und nützlich sind seine Verbindungen zum Landkreis Oder-Spree. Er hat ein Studium der Gemeinwesensarbeit erfolgreich abgeschlossen. Für ihn ist der Bürgermeister Vermittler zwischen Verwaltung und Bürgern, die er aufruft, sich in alle Angelegenheiten einzubringen. Eine Internetplattform für die Bürgerbeteiligung soll geschaffen werden. Die Vereine sollten sich vernetzen und neue Ideen für das Leben in Erkner entwickeln. Das will er unterstützen.

    Der ÖPNV soll bedarfsgerecht ausgebaut werden. Für die Mittelstandsförderung möchte er Rahmenbedingungen, z.B. durch günstige Ladenmieten, schaffen. Erkner soll Bildungsstandort bleiben. Seine Idee ist der Bau einer stadteigenen neuen Kita, um selbst die Verantwortung für Kindesentwicklung zu tragen. Mit ihm gibt es keine Bauten im Trinkwasserschutz. Er will die Natur schonen und erhalten. Er würde sofort ein Tourismusbüro in der Stadt öffnen.

     

    Dr. Elvira Strauß

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