Rückblick und Ausblick

    Die Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis 63, dazu zählen Frankfurt (Oder) und der Landkreis Oder-Spree, Annalena Baerbock von Bündnis 90/Die Grünen, Thomas Nord, DIE LINKE, und Martin Patzelt von der CDU sind seit dreieinhalb Jahren auf besonderer Mission. Gemeinsam haben sie sich „Demokratie stärken“ zum Ziel gemacht. Und wie erreicht man das am besten? Na klar, man sucht das Gespräch. Und in ihrem Falle haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, besonders die Jugendlichen in den Schulen zu besuchen. Sicherlich ist das schon ungewöhnlich, dass drei Parteien, die unterschiedlicher nicht sein können, hier gemeinsamer etwas erreichen wollen. Diese Verknüpfung und das Konzept der Drei sei einmalig in Deutschland, so die Politiker. Gemeinsam hatten sie schon die Schullandschaft in Frankfurt (Oder)ausgiebig besucht und sind nun im Landkreis Oder-Spree unterwegs und besuchen die Schulen, um mit den Schülern das gemeinsame Gespräch zu suchen und dabei die Welt der jungen Menschen und deren Ansichten zu begreifen, Fragen zu beantworten und in fairen Diskussionen die politischen Auswirkungen mancher Konflikte zu besprechen. Am Dienstag waren sie im Bernhardinum in Fürstenwalde zu Gast. Alle drei sind von ihrer Idee begeistert, ebenso wie die Schüler und die Lehrerschaft, denn wann hat man schon mal die Gelegenheit, im Rahmen des Unterrichts Berufspolitikern so richtig die Meinung zu sagen? Man ist sich einig, dass es für beide Seiten ein Gewinn ist. Die drei Politiker haben auch bemerkt, dass das sinkende Interesse an politischen Themen in der Vergangenheit auch bei jungen Menschen sehr ausgeprägt war. Wenn man sie heute spricht, bemerkt man schon, dass auch bei der Jugend ein Umdenken stattfindet. Das würde sich zum Teil auch dadurch zeigen, dass sie verstärkt in Parteien eintreten, um etwas zu ändern. Die Politiker haben sich Gedanken gemacht, wie man der Jugend begegnet, sie wollten mit Absicht keine langweiligen 60-Minuten-Vorträge halten, sondern sind in die Offensive gegangen. Man habe kleine Gruppen gebildet und dann in diesen diskutiert. Das waren konstruktive Ideen zu spüren und ein forscher Geist des Wissens. Sie haben in dieser Zeit gelernt, den richtigen Ton zutreffen und die richtige Ansprache, so Annalena Baerbock. Und Martin Patzelt sagte zum Resümee der Zusammenarbeit: „Dass es sinnvoll ist, in die Schulen zu gehen, steht außer Frage. Man bedient auf zwei Ebenen, das eine ist das Grundverständnis der Demokratie, das sichtbar ist an unserem gemeinsamen Wirken, Handeln und Argumentieren. Damit die jungen Erwachsenen merken, dass zur Demokratie sowohl die These als auch die Antithese gehört, die Opposition und die Regierung. Einer trägt die Verantwortung und einer überwacht sie und zeigt an, wenn Handlungsbedarf besteht.“ Das war ihnen auch ein Anliegen, das in erklärender Form darzustellen. Und zum Zweiten sollte klargemacht werden, dass es zu bestimmten politischen Aussagen durchaus auch unterschiedliche Meinungen geben kann. Und wie sich die Wähler entscheiden, liegt letztlich am Verständnis für die Parteien. Ob CDU, Linke, Grüne oder SPD, das muss jeder für sich entscheiden.“ Thomas Nord empfand das Gespräch ebenfalls als sehr konstruktiv, weil nicht nur die Schüler viel wissen wollten, sondern auch die Lehrer und sich nach klärenden Worten so manches auch aus einem anderen Blickwinkel darstellte. Weil auch die Lehrer bei Fragen ihrer Schüler nicht immer die richtige Erklärung finden, war auch für sie dieser Exkurs in die Politik ein Gewinn.

    Copy Protected by Chetan's WP-Copyprotect.
    X