Am Mittwochabend fand im Kino Movieland Erkner die fünfte kostenlose Filmvorführung von Volkmar Schöneburg statt. Dieses Mal kooperierte Schöneburg mit dem Filmfestival Cottbus, das vom 7. bis 12. November einen Schwerpunkt auf Vietnam legt. Neben einer Vielzahl anderer Filme wird in Cottbus auch der Dokumentarfilm „Hör ich auf getreu zu sein“ von Regisseur Jan Zabeil gezeigt. Doch zuvor sahen sich über 40 Erkneraner und Umländer den Film im heimischen Kino an und diskutierten anschließend mit Schöneburg und dem Pressesprecher des Filmfestivals Cottbus, Denis Demmerle.

    Der Film „Hör ich auf getreu zu sein“ begleitet mit der Kamera ehemalige Schüler aus Vietnam auf einer außergewöhnlichen, sehr langen Reise von Hanoi über Peking und Moskau nach Moritzburg bei Dresden. Während in ihrer Heimat der Vietnam-Krieg tobte, hatten sie die Chance, an einer Grundschule der DDR zu lernen. Mit der Eisenbahn fahren sie 50 Jahre später an den Ort ihrer Kindheit zurück, allerdings liegt dieser nicht mehr in der DDR, sondern in dem wiedervereinigten Deutschland. Der Film reflektiert über zweigeteilte Länder: Zum einen Vietnam, das mit Krieg wiedervereinigt wurde und zum anderen Deutschland, das ohne Gewalt zusammengeführt wurde. „Der Moment, in dem die Schüler auf ihre ehemaligen Lehrer und Erzieher treffen, ist nicht in Worte zu fassen. Doch der Dokumentarfilm schafft es, das emotionale Wiedersehen zwischen Lehrern und Schülern mit der Kamera einzufangen“, sagt Volkmar Schöneburg. Auf die Frage, was Schöneburg dazu bewogen hat, mit dem Cottbuser Filmfestival zu kooperieren, antwortete er: „Erstmal: Im Osten werden einfach gute Filme produziert. Die Bedeutung des osteuropäischen Films ist zudem in der aktuellen außenpolitischen Situation noch wertvoller. Auch medienpolitisch ist das Festival ein Korrektiv, denn auf dem deutschen Filmmarkt spielen hauptsächlich westeuropäische oder amerikanische Filme eine Rolle. Ich bin der Überzeugung, dass die Filme, die im Rahmen des Festivals gezeigt werden, Brücken schmieden, insbesondere zwischen den postsowjetischen und europäischen Ländern.“

    Zum Filmfestival:

    Das 27. Filmfestival Cottbus findet vom 7. bis 12. November 2017 statt und umfasst 150 filmische Einzeltitel. Es zeigt kurze und lange Spielfilme mittel- und osteuropäischer Regisseure und Produzenten. Es bedient eine Bandbreite des osteuropäischen Kinos vom Arthouse Film bis zum Blockbuster, vom Sozialdrama bis zur schwarzen Komödie. Kern des Festivals sind drei Wettbewerbe für Spielfilm, Kurzspielfilm und der trinationale U18 Wettbewerb Jugendfilm. Insgesamt vergibt das Filmfestival Cottbus in diesem Jahr Preisgelder im Wert von fast 80.000 EUR.
    Link zum Filmfestival: http://www.filmfestivalcottbus.de/de/

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