Kandidaten für das Bürgermeisteramt stellen sich vor

    Auf Einladung der Gefas und des Seniorenbeirates Erkner stellten sich am Dienstagnachmittag die vier Bürgermeisterkandidaten der Stadt der breiten Öffentlichkeit vor. In den Räumlichkeiten der Hauptgeschäftsstelle der Gefas hatten die fleißigen Helfer für die diesen informativen Nachmittag alles liebevoll vorbereitet. Für große Überraschung sorgte allerdings die Fülle der wissbegierigen Senioren, die den Nachmittagstermin nutzen wollten, um mehr über die Kandidaten zu erfahren. Der Vorstand der Gefas, Siegfried Unger, eröffnete gemeinsam mit der Seniorenbeiratsvorsitzenden Hannelore Buhl diesen Nachmittag. In ihren Ausführungen stellten sie in erster Linie die Kandidaten vor: Jan Landmann, Kandidat der SPD, Silke Voges, Kandidatin der Linken, Jens Wissendaner und Henryk Pilz, beide unabhängige Bewerber auf den vakanten Bürgermeisterstuhl. Darüber hinaus zeigten sich beide erfreut, dass es viele Honoratioren der Stadt sowie der Landesregierung geschafft hatten, bei diesem Termin dabei zu sein. Die Veranstaltung hatte zum Ziel, die Beweggründe der einzelnen Kandidaten zu erfahren, aber auch Antworten auf Fragen zu erhalten, die sich zum größten Teil mit den Senioreninteressen, sowie mit allgemeinen Themen befassen sollten. Hannelore Buhl rief die Senioren dazu auf, in jedem Falle zur Wahl zu gehen und ihren Kandidaten mit einem Kreuz auf dem Wahlzettel zu unterstützen. Immerhin sind in Erkner ein Drittel der Wähler Senioren, also eine nicht zu unterschätzende Wählergruppe, möchte man meinen. Siegfried Unger stellte den Fahrplan des Nachmittags vor: Jeder Kandidat hatte 10 Minuten Zeit, sich vorzustellen. Dann folgten drei Fragen mit einem sozialen Hintergrund, die die Gefas betreffen, die es zu beantworten galt und danach freie Fragen der Gäste.

     


    Henryk Pilz, unabhängiger Kandidat

    Henryk Pilz wünschte gleich noch allen Gästen ein gesundes neues Jahr. Das kam gut an. Viele werden ihn kennen, er ist der einzige Kandidat, der schon seit 1966 in Erkner lebt. Demzufolge kann er hier aus dem Vollen schöpfen, er ist ein Kind der Stadt. Pilz ist gelernter Zimmerman mit anschließender Meisterschule, die er erfolgreich abschloss. Seit 2015 arbeitet er bei der DRK. Er ist geschieden, hat zwei Töchter und ist sogar schon Großvater. Wie er sagte, sei das zweite schon in Erwartung. Henryk Pilz ist sozial verwoben in der Stadt, er bezeichnete die Familie als das höchste Gut, seine Eltern beispielsweise wohnen bei ihm, denn sie werden auch nicht jünger, wie er anmerkte. Er beschrieb, wie Erkner sich in den Jahren erfolgreich verändert hätte, er sei stolz, das miterleben zu können. Aber nicht alles, wie es oft so schön propagiert wurde, sei dann auch so abgelaufen. Seit 2004 ist er CDU-Mitglied aus Überzeugung, 2006 wurde er als Sachkundiger Bürger in die SVV berufen. Dies erfüllt ihn durchaus mit Stolz. Auf diese Weise machte er seine ersten Schritte in der Kommunalpolitik und war erschüttert, wie es manchmal ablief. Ihm wurde genau zu diesem Zeitpunkt klar: Hier muss ein neuer Wind und vor allem junger Wind rein! Jedoch kannte er keinen, der in seinem Alter war und mit Kommunalpolitik etwas am Hut hatte. 2008 wurde Pilz für die CDU ins Stadtparlament gewählt und übernahm auch den Vorsitz seiner Fraktion. Derzeit ist er Mitglied in verschiedenen Ausschüssen, wie Stadtentwicklung, Wirtschaft und Tourismus. Dieser Werdegang ist seine Motivation, diesen Schritt zu gehen und sich zur Wahl zu stellen.


    Silke Voges, Kandidatin der LINKEN

    Aufgewachsen in Cottbus, dann nach Frankfurt (Oder) gezogen, in Berlin studiert, nach dem Studium und der Elternzeit Arbeit in der Verwaltung im Bezirk Treptow Köpenick, im Speziellen im Sozialamt, das habe sie besonders geprägt, dort hat Silke Voges sehr viele Erfahrungen gesammelt. Nach 13 Jahren wechselte sie dann in die Personalentwicklung und leitet sie bis heute. Mit 27 Jahren Verwaltungserfahrung hat sie schon viel gesehen, erfahren und vielfach geholfen. Seit 1996 lebt Silke Voges in der Stadt Erkner und seit dieser Zeit war klar, sie wollte nirgends woanders leben als hier: quirlig, pulsierend, aber auch mit viel Natur zum Zurückziehen. In der Stadt ist viel geleistet worden, aber man kann immer noch Neues entwickeln und sich weiter vernetzen, das wären Besonderheiten, die es gilt, in neue Bahnen zu lenken und dabei die Nachbargemeinde mitzunehmen. Darüber hinaus könne sie sich gut vorstellen, einen Bürgerhaushalt, wie in anderen Gemeinden, zu schaffen. Das würde unweigerlich dazu führen, dass sich die Bürger der Stadt wieder mitgenommen fühlen, denn da könnten ganz konkret Projekte umgesetzt werden. Sie möchte ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen in den Dienst der Stadt stellen und diese weiter voranbringen.


    Jan Landmann, Kandidat der SPD

    Seinen Lebensmittelpunkt hat Landmann seit 1991 in der Stadt Erkner, hier hat er seine Kinder aufwachsen sehen, die heute schon ihre eigenen Wege gehen. Er selbst ist Polizist in Berlin. Er wurde im Jahr 2008 in den Personalrat der Polizeidirektion 6 berufen, der seinen Sitz in Berlin-Marzahn hat. Mit 1.700 Beamten ist dieser für die Bezirke Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenick und Lichtenberg zuständig. Seit 2009 ist er freigestellter Personalrat und hat nun mehr Zeit, sich für die speziellen Belange der Kollegen einzusetzen. Ehrenamtlich ist er in Erkner schon lange unterwegs, er war einst Elternsprecher in der Grundschule und hat ein Herz für den Sport, im Speziellen für den FV Erkner, dort war er Mitglied im Förderverein. Mitglieder der SPD seien an ihn herangetreten und hätten gefragt, ob er nicht sich vorstellen könne, als Kandidat für das Bürgermeisteramt anzutreten. Er hat in den vergangenen Jahren auch viele Erfahrungen gesammelt, wurde 2014 in die SVV der Stadt Erkner gewählt. Die Kommunalpolitik ist also kein Neuland mehr für Jan Landmann. Die Vielfalt der Stadt, mit der Natur, den Menschen und den vielen Vereinen läge ihm am Herzen, das gelte es zu erhalten und weiter auszubauen, dafür steht er.


    Jens Wissendaner,  unabhängiger Kandidat

    In der Region beheimatet und geboren, 2002 nach Erkner gezogen, der Liebe wegen. Wie es im Leben aber manchmal so ist, nicht immer ist alles Gute beieinander. Jetzt lebt er in einer neuen Beziehung, hat eine neue Partnerin und vier Kinder in einer Patchwork-Familie – da ist immer was los. Beruflich hat Wissendaner bei den Berliner Bäderbetrieben eine Ausbildung gemacht und auch dort gearbeitet. Ursprünglich, so erzählte der 39-Jährige, wollte gern Sportarzt werden. Eigens dafür studierte er Sportwissenschaften an der Universität Potsdam und schloss das Studium erfolgreich ab. Anstellung fand er danach im Erkneraner Medizinischen Rücken- & Herzkreislauf-Zentrum. Wenig später wurde er dann aber vom Jugendclub Erkner abgeworben. Ab 2007 machte er nun die Jugend- und Sozialarbeit in Erkner. In dem Zuge holte er die Ausbildung zum Sozialarbeiter erfolgreich nach und mit konnte er diese Ausbildung mit dem Master abschließen. Das ist seine Motivation: Famit sich was ändert, stelle er sich zur Wahl! Gemeinsam für Erkner etwas zu schaffen, mit den Menschen und für deren Bedürfnisse auf allen Ebenen. Er habe in seiner Zeit als Sozialarbeiter mit seiner kommunikativen Art viel auf die Beine stellen können – gemeinsam mit den Menschen. Und dies wolle er weiterverfolgen, sofern die Wähler das wünschen.


     

    Die Zuhörer stellten alle Fragen, die ihnen am Herzen lagen, und es entstand eine lebendige Diskussion. Im Besonderen ging es um den Nahverkehr in und um Erkner. Kritisiert wurde, dass bis 18 Uhr mit dem Örtlichen Nahverkehr noch fast alles in Ordnung sei, aber ab dieser Zeit sei es eine Zumutung für alle, die nach Hause wollen. Dafür wünsche man sich von dem künftigen Bürgermeister eine passable Lösung. In diesem Zusammenhang wurde dann die Aussage eines Bürgers aus Schöneiche laut, der sagte, dass man dort schon auf einem guten Weg wäre, mit einem Rufbus, der durch die Johanniter betrieben würde, allerdings auch nur bis 18 Uhr. Das müsste eigentlich eine Verhandlungssache sein. Im Weiteren kamen noch Themen zur Sprache, wie die zu hohe Verkehrsdichte innerhalb der Stadt, die Mietpreispolitik der örtlichen Wohnungsgesellschaft und das Bahnhofsumfeld, mit der Parkplatzsituation für Parkplatzsuchende und Anwohner. Es gibt in Erkner aber auch viele Fahrradfahrer, sie wünschen sich ein Parkhaus für Fahrräder mit einer Überwachung.

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