Hochschule koordiniert EU-Projekt „InnoForESt“

    Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde koordiniert seit dem 1. November das EU-Projekt „InnoForESt“. Mit dessen Hilfe soll ein europaweites Netzwerk für Waldwirtschaft, Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit aufgebaut werden, um voneinander zu lernen, wie die Vielfalt des Waldes gefördert werden kann. Innovative Ideen für eine nachhaltige Versorgung und Finanzierung von Wäldern sind gefragt.

    Primär wahrgenommen wird der Wald als Holzlieferant. Dabei erfüllt er vielmehr Funktionen für das menschliche Wohlbefinden wie zum Beispiel als Luftverbesserer, Wasserregulator, Erholungsort, Bewahrer der Biodiversität und Schutz vor wetterbedingten Gefahren. Damit all diese Qualitäten, die sogenann-en Waldökosystemleistungen, weiterhin gesichert werden können, bedarf es innovativer Politik- und Geschäftsmodelle, die eine nachhaltige Versorgung und Finanzierung des vielfältigen Ökosystems Wald langfristig ermöglichen. Zwar gibt es bereits Ansätze, wie der Wald als Kohlenstoffspeicher oder Erholungsort gefördert werden kann, jedoch sind diese bislang zumeist lokal begrenzt, weshalb ein Austausch zwischen den unterschiedlichen Akteure mit ihren Ideen und Erfahrungen oftmals schwierig ist. Das Forscherteam befasst sich deshalb mit Fragen wie:

    • Welche innovativen Praxisbeispiele gibt es in Europa?

    • Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit gute Ideen funktionieren? Und wie können interessierte Akteure besser eingebunden werden?

    Es fehlt an einer Plattform, die vielen Initiativen miteinander verbindet. Das ist insoweit problematisch, da Potenziale nicht vollumfänglich ausgeschöpft und Erfahrungswerte nicht in anderen Projekten und Regionen genutzt werden können“, erklärt Prof. Dr. Carsten Mann, Projektleiter an der HNEE. Genau hier setze das EU-Projekt „InnoForESt“ an. Insgesamt 16 Partnerorganisationen aus Finnland, Italien, Slowakei, Niederlande, Schweden, Belgien, Österreich und Deutschland, darunter Universitäten, Forschungseinrichtungen, Nichtregierungsorganisationen, Waldvereinigungen und Waldbesitzer, bilden ein Konsortium, das in den nächsten drei Jahren die Lücke zwischen Wissenschaft und Praxis im Bereich der Waldökosystemleistungen schließen möchte. Anhand von sechs realen Pilotprojekten, die eine breite Palette an erfolgreichen Koordinationsansätzen und Geschäftsmodellen abdecken, werden zwei Strategien verfolgt: Einerseits werden Nischenmodelle untersucht und ihre Skalierungsmöglichkeiten abgeschätzt, andererseits wird die Entwicklung von neuen Politik- und Geschäftsmodellen unterstützt. „Wir möchten verstehen, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit solche Innovationen funktionieren und ihre beabsichtigten Wirkungen erzielen“, erläutert Prof. Dr. Carsten Mann. Anhand des Erfahrungsaustausches erhoffen sich die Forscher, Innovationen zu unterstützen und förderliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

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