Immer schön auf Augenhöhe

    Die Eröffnung des Sommergartens vor der „Roten Bank“, der Kreisgeschäftsstelle der LINKEN in Fürstenwalde, musste wegen Regens  ausfallen. Trotzdem freute sich der Ortsvorsitzende Stephan Wende, dass an diesem Sonntagnachmittag der Raum gut gefüllt war mit Menschen, die eine Lesung von Gesine Lötzsch miterleben wollten. „Immer schön auf Augenhöhe“ heißt das kürzlich erschienene Buch der Bundestagsabgeordneten aus Berlin, die seit 2002 den Wahlkreis Berlin-Lichtenberg als direkt gewählte Abgeordnete vertritt. Immer schön auf Augenhöhe, das ist ihr Motto als Abgeordnete im Umgang mit ihren Wählerinnen und Wählern, wahrscheinlich ihr Erfolgsrezept. Sie ist nicht die abgehobene Politikerin, sie ist volksnah und spricht einfach und verständlich, kann sich in die Bedürfnisse und Probleme ihrer Gesprächspartner hineinversetzen. So, wie sie erzählte und zwischendurch kurze Kapitel las, das war kurzweilig und spannend. Sie hat ja viel erlebt in all den Jahren. Stark geprägt haben sie die vier Jahre von 2002 bis 2006, als sie mit Petra Pau zusammen am Katzentisch des Bundestages sitzen musste, zuerst sogar völlig ohne Tisch. Die beiden waren damals die einzigen Abgeordneten der PDS, beide in Berlin direkt gewählt. In diesen Jahren hat sie gelernt, sich kurz zu fassen. „Vier Minuten betrug unsere Redezeit, da ist man gezwungen, das, was man sagen will, auf den Punkt zu bringen“.  So sind auch die Kapitel in ihrem Buch. Kurz und knapp, eher Anekdoten. Sie entschied sich damals, Mitglied des Haushaltsausschusses des Bundestages zu werden, „weil dies der  einzige Ausschuss ist, in dem sämtlich Minister erscheinen müssen, um ihre Etats durchzubringen“. Heute ist Gesine Lötzsch Vorsitzende dieses Ausschusses und wird in dieser Funktion auch immer wieder mal vom Fernsehen interviewt. Apropos Fernsehen: Auch in einem Film ist sie einmal aufgetreten. Der Komiker Hape Kerkeling hat vor Jahren den Film „Horst Schlämmer – Isch kandidiere“  gedreht, in dem ein Provinzreporter Bundeskanzler werden will. In dem Film gibt es Interviews mit einer Reihe bekannter Politiker, von Angela Merkel bis eben zu Gesine Lötzsch. Trotzdem war der Film kein Renner. Es war ein Nachmittag, der gute Einblicke bot in das Leben einer engagierten und profilierten Politikerin. Die Anwesenden verabschiedeten sie mit dankbarem Beifall und des besten Wünschen für einen erneuten Wahlerfolg im September.

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