Verkehrsrichtlinien setzen sich durch

    Der Europaradweg endet, aus Richtung Fürstenwalde kommend, am Ortseingangsschild in Hangelsberg. Jetzt steht der geneigte Radfahrer vor der Frage: Will ich schnell durch den Ort und quere hierbei die stark befahrene Hauptstraße und nehme das neugeschaffene Angebot des Rechtsfahrens an? Oder bleibe ich auf der Streckenführung des Radfahrweges, der gleichzeitig auch Fußgängerweg ist, auf der linken Seite in geschützter Obhut? Laut Straßenverkehrsamt Fürstenwalde befindet man sich in einer Situation des Umdenkens und der Durchsetzung von bestehenden Verkehrsrichtlinien. Und da gibt es unter anderem das Rechtsfahrgebot. Der Radfahrweg in Hangelsberg befindet sich laut Verkehrsrichtlinien auf der falschen Seite. Hier wäre aber eine Duldung möglich, weil der Radfahr- und Gehweg in der Vergangenheit gebaut wurde. Der neue, frisch markierte Fahrradweg auf der Hauptstraße in Hangelsberg trägt allerdings  auch zur Verkehrsberuhigung bei, die durchaus gewollt ist, da sich die Anwohner des Öfteren über den Durchgangsverkehr beschwert hatten, der sich mit überhöhter Geschwindigkeit durch den Ort beamt. Für die Anwohner könnte sich der neue Radweg als ein Segen erweisen, denn es wird dadurch bestimmt etwas ruhiger werden. Dafür hatte sich schon vor ca. 7 Jahren eine Initiative in Hangelsberg stark gemacht. Es gab ja auch mal kurzzeitig eine 30er Strecke für LKWs, die dann aber wenig später wieder zurückgenommen wurde, da die Unfallgefährdung und auch der Lärmpegel doch höher ausfielen als erhofft. Um dem Ziel „Verkehrsberuhigung“ wieder näher zu kommen, wurden weitere Maßnahmen ergriffen, zum Beispiel an der Kreuzung Bahnhofstraße, Ecke Berliner Damm – hier wurde eine Straßenquerung eingebaut, vor der Arztpraxis hat man eine Fußgängerampel installiert – und nun noch der neue Radweg. Man darf gespannt sein, wie sich das Fahrverhalten ändert, wenn auf der A12 mal wieder ein Unfall passiert und sich die Brummis samt Pkws durch Hangelsberg schlängeln – und dann die Fahrradfahrer vor sich haben, an denen sie vermutlich nicht vorbeikommen werden, weil die Gegenspur genauso stark frequentiert ist. Da ist dann sicher eine totale Verkehrsberuhigung zu erwarten, wenn sich die Blechlawine mit 10 km/h rauchend durch den Ort schiebt. Wäre es nicht sinnvoller gewesen, diesen zusätzlichen Radweg, der im Übrigen laut Straßenverkehrsamt mit 10.000 Euro zu Buche schlägt nicht zu bauen und dafür den vorhanden Weg für Fußgänger und Radfahrer auszubauen und die Ordnungshüter mit ins Kalkül zu ziehen? Welcher Fahrradfahrer will denn auf einer Hauptstraße fahren, die jeden Tag durch 7-8.000 – bei Stau-Umfahrung ganz locker bis 10.000 – Fahrzeuge genutzt wird. Das Unfallrisiko, dass sich daraus ergibt, ist doch immens!

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