„Bring bitte ein Fläschchen Wein zum Wochenende mit!“ Mein Oller dreht sich um und guckt mich an, als hätte ich was Unanständiges gesagt. „Is nich drin“, antwortet er, „Geld ist alle.“

    Ich glaub das nicht. „Na ja, angenommen, wir wären Pflegeheimfälle, müssten wir diesen Monat noch einen knappen Täusi abdrücken. Da ist dann ein Weinchen längst nicht mehr drin.“

    Das leuchtet mir ein. War aber auch ein genialer Coup von unseren schwarz-roten Staatsfürsten! Per Gesetz (früher sagte man „Dekret“ zu sowas) mehr Geld für Pflegekräfte anordnen, aber weil die Pflegekassen ihre Zuschüsse gedeckelt haben, müssen die „Nutznießer“ ran. Wobei, ich habe bis vor kurzem meine Eltern in einem Pflegeheim unterbringen müssen. Das war zwar sowohl für sie als auch für mich von Nutzen, aber von Genießen möchte man eher nicht sprechen. Die Bedingungen waren weit weg von Nutznießen. „Zweckbündnis“ trifft es schon eher. Wenn dann auch noch die paar Kröten vom Verkauf des eigenen Häuschens aufgezehrt sind, kommen die Nachkommen dran. Aber wartet es nur ab, wenn diese Art der Finanzierung Schule macht, hat unser Bundesfinanzminister bald viel mehr als eine schwarze Null am Ende des Jahres in seinem Haushalt.

    Wir brauchen mehr Lehrer. Wir brauchen mehr Lehrer? Kein Problem, die Länder deckeln die Ausgaben, die Eltern schulpflichtiger Kinder können doch gut was draufzahlen! Uns fehlen Polizisten? Dito! Sicherheit sollten sich die Bürger doch ein paar hundert Euro mehr monatlich gern kosten lassen. Und, was dem einen recht ist, ist dem anderen billig: Per Gesetz werden die Löhne reguliert, nicht nur die Untergrenzen. Wer dann den Zaster wie aufbringt, geht dem Gesetzgeber schlicht am Arsch vorbei. Die Abgeordnetenbezüge werden seit eh und jeh nach diesem Prinzip festgesetzt. Am Ende zahlen die „Nutznießer“. Sie und mein Oller und ich. Bloß „die“ nicht. Fraglich ist, wie lange sich „die Anderen“ das noch gefallen lassen! Es stinkt zum Himmel. Wie Abwasser.

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