„Bus hängt Container ab“, so titelte kürzlich eine große Ostbrandenburgische Zeitung in ihrer Regionalausgabe. Dabei ging es um 23 Kinder, Erstklässler, für die in der Gerhard-Goßmann-Schule in Fürstenwalde/Süd in diesem Schuljahr kein Platz ist. Wie so oft spielten für die Entscheidung, lieber die Kiddies per Shuttle durch die Stadt nach Nord zu kutschen, statt Container aufzustellen, Zahlen die Hauptrolle. An das Argument, dass Container nicht bis zum Schuljahresbeginn bezugsfertig wären, glauben gewiss nur Leute, die auch von der Existenz des Osterhasen, des Klapperstorchs und des Weihnachtmanns überzeugt sind. Nun ist es leider so, dass über die Ursachen der Überfüllung der Goßmann-Schule kein Wort verloren wird. Dass ist politisch so gewollt und dagegen zu verstoßen, hat mir mein Oller strengstens untersagt. „Oder willste in die rechte Ecke gestellt werden?“ Gegen diese Argumentation ist man heutzutage ja quasi machtlos. Dabei braucht man gar nicht in die „falsche“ Richtung zu denken. Es gibt noch andere Überlegungen, die zu einer Überfunktion der Gallenblase führen. Wenn so ein kleiner Erdenbürger das Licht der Welt erblickt, ist das kein Geheimnis. Der mitdenkenden Verwaltung ist ab diesem Moment klar, dass in ungefähr 6 Jahren dieses Würmchen einen Platz in der Schule braucht. Mit großer Wahrscheinlichkeit jedenfalls. Da ist es eigentlich ein Unding, wenn es im Erlebensfall urplötzlich keinen Platz in der Schule gibt, die gut und günstig erreichbar ist. Aber was rede ich – die meisten Menschen werden alljährlich vom Weihnachtsfest mit seinem Geschenkzwang buchstäblich überrascht. Der Unterschied ist nur, dass Schenken Kür ist, Verwaltungsmitarbeiter hingegen ihrer Tätigkeit zum Broterwerb nachgehen. Da müssen Forderungen an eine ordentliche Arbeit erlaubt sein. Dass es in anderen Schulen genügend Kapazitäten gibt, ist kein wirklich gutes Argument. Es ist eben nicht schnurz, wo ein Kind eingeschult wird. Leider sind die Niveauunterschiede der Fürstenwalder Schulen groß. Der Fakt ist ganz bestimmt bekannt. Es hat Ursachen, über die ebenfalls nicht offen gesprochen werden darf. Schade eigentlich. Das ist es, was mein Oller meint, wenn er zuweilen sagt, dass es genau so ist, wie unter Honecker. „Erna, was regste dir auf, unser Enkel hatte doch Glück, dass es damals zur Joßmannschule durfte.“ Und wie ich mich aufrege! Klar, eine Viertelmillion für Container ist eine Menge Schotter, im Vergleich zu weniger als fünfzigtausend für ein Shuttle. Das gibt mehr als einmal Kunstrasen. Aber ist eine Investition in die Bildung unseres Nachwuchses es nicht allemal wert? Und wem meine Überschrift nicht passt, dem biete ich eben eine Alternative: „Knete hängt Kiddies ab!“

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