Da ist die Sahra Wagenknecht aber doch ein bisschen übers Ziel hinausgeschossen. Das kommt davon, wenn die Leute nicht richtig zuhören. Kennen wir doch. Freilich hat der Erdogan (mutmaßlich) gesagt: „Wenn ihr euch weiterhin so benehmt, wird morgen kein einziger Europäer, kein einziger Westler auch nur irgendwo auf der Welt sicher und beruhigt einen Schritt auf die Straße setzen können.“ Aber wie hat er das gemeint. Ganz sicher nicht terroristisch! Der Fuchs vom Bosporus ist nämlich ein ganzer Pfiffiger. Eigentlich hat das die Sahra ganz gut erkannt, nämlich dass er versucht, Minderheiten in anderen Ländern zu schaffen, zum Beispiel in Deutschland, um am Ende die eigene Politik, „die eigene Erpressungspolitik“ (Wagenknecht) in anderen Ländern zu etablieren. Mensch, Sahra, der Erkenntnisansatz war doch da! Warum kriegst du denn dann nicht auch noch die richtigen Zusammenhänge auf die Reihe! Wobei – „Minderheiten“ ist vielleicht doch nicht das ganz richtige Wort. Immerhin ungefähr drei- bis dreieinhalb Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln haben hier ihr Zuhause. Nicht wenige von ihnen machen kein Hehl aus ihrer Verehrung für Erdogan. Der weiß das wohl. Der kennt auch die Wahlfaulheit des satten Michels. Informierte Kreise rechnen deshalb damit, dass bei der Bundestagswahl im September der Führer aus Ankara den zweiten Martin Schulz geben wird. „Ich will Bundeskanzler werden!!“ Die doppelte Staatsbürgerschaft, Voraussetzung für hiesige Wählbarkeit, sei bereits beantragt. „Die Deutschen kennen sich ja mit Führungskräften aus, ich denke, sie werden die Kandidatur eines wirklich starken Mannes freudig begrüßen!“, wird Erdogan aus nicht näher genannter Quelle zitiert. Mutmaßlich am ersten Samstag im April will er jedenfalls im Bundestag sprechen und den dort etablierten Parteien, die selbst keinen Kanzlerkandidaten haben, seine Mitgliedschaft antragen. Sollte das wider Erwarten ohne Erfolg bleiben, sind Bewerbungsschreiben bei den Öffentlich-Rechtlichen vorbereitet. Als Nachrichtensprecher könnte Recep Tayyip Erdogan dann künftig allabendlich im deutschen Fernsehen präsent sein. Fragt sich, was schlimmer ist…

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