Na das wäre doch mal eine Überschrift! Da wäre was los. Dabei war es die Türkei, die einst sehr wenig selbstlos Hitlerdeutschland das strategisch bedeutende Chromit-Erz lieferte und sich im Gegenzug seiner territorialen Integrität versicherte. Der Anführer dieses Landes, dem kürzlich (natürlich nicht rechtlich bindend) Völkermord an den Armeniern Anfang des vorigen Jahrhunderts vom Deutschen Bundestag bescheinigt wurde, nennt uns Nazis und Faschisten! Aber wir sind so demokratisch, dass das Undenkbare zum Machbaren wird. Türkische Wahlurnen in Deutschland. Ich kann der Argumentation schon folgen, dass jede Konfrontation Deutschlands mit Erdogan türkengewollt und dem neuen Sultan in die Karten spielt. Andererseits opfert sich unsere Kanzlerin selbst, um die erdogansche Autokratie im Grenzstaat zu Asien verhindern. Solch Maß an Altruismus hätte ich ihr nie und nimmer zugetraut. Sie opfert tatsächlich ihre erfolgreiche Staatsführung dem türkischen Volk. Ich frage da mal ganz blauäugig: warum bloß? Dann lasst doch die Türken wählen, was und wen sie wollen. Warum setzt Mutti Merkel damit ihre politische Zukunft aufs Spiel? Dass sie damit uns womöglich damit an einen scheinroten Schulz ausliefert, nimmt sie offenbar dabei billigend in Kauf. Ob sie für ihre liebevolle Nachsichtigkeit gegenüber dem Stinker aus Ankara irgendwann heiliggesprochen werden wird, sei mal dahingestellt. 
    Weil: Irren ist menschlich. Oder auch unmenschlich, das kommt ganz auf den Standpunkt an. Wenn eine Kanzlerin meint, einen wildgewordenen Osmanen nicht in die Schranken weisen zu können, stellt sie sich, mal „demokratisch gesehen“ gegen ein Gutteil ihres Volkes, auch ihrer Wähler. Dafür wird sie die Verantwortung übernehmen müssen, obwohl sie eigentlich an der Spitze der „politischen Nahrungskette“ steht. Weiter unten ist das ganz anders. Wenn ein drogenabhängiger Krimineller seine Oma und zwei Polizisten aus dem Leben reißt, muss keiner die Verantwortung übernehmen. Nicht der Richter, der keinen Anlass sah, den Typen sicher zu verwahren, nicht der Betreuer, der nur seinen Job machte und keinen Deut mehr. Beide gut bezahlt von uns, der Gesellschaft, die sie eigentlich zu beschützen haben. Aber nein, sie haben keinen Fehler gemacht. Das ist – bitte verzeihen Sie mir – zum Kotzen. Richter, unabhängige Übermenschen. Behörden, die gar nicht wissen, dass sie was falsch machen könnten. Solange es Jobs gibt, in denen gemacht werden kann was immer man will, ohne dass einen jemand am Zeug flickt, da hat doch keiner einen Anlass, sich in seiner Arbeit wirklich Mühe zu geben. Warum auch? Wenn es bequemer ist, Mist zu bauen als eine solide Arbeit zu leisten, dann wird halt: Mist gebaut! 
    Wir werden das weiterhin „aushalten müssen“. Das ist eigentlich nicht auszuhalten.

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