Nur die Fans außer Rand und Band

    Alle drei aus Fürstenwalde stammenden Boxer bestreiten ihre Kämpfe in diesem Jahr. Nick Klappert hat schon mal mit Bravour vor zwei Wochen seine Position klargestellt und seinen Titel in Bernau verteidigt. Rico Schultz wird dann Anfang September seine Revanche gegen Guiseppe Lauri bekommen. Und nun – schon lange angekündigt – stand Denny Lehmann wieder im Ring. In der Nacht von Samstag auf Sonntag, eine Stunde später als geplant, begann der eigentliche Kampf, um den sich alles an diesem Abend drehte. Die Fans waren schon ganz ungeduldig und wollten nun unbedingt diesen Boxkampf sehen. Denny Lehmann, 29 Jahre, 21 Kämpfe, davon 13 Kämpfe gewonnen, 10 durch K.o., und 6 verloren, davon 5 durch K.o. und 2 Unentschieden, trat an diesem Abend gegen seinen Kontrahenten um die Internationale Deutsche Meisterschaft der GBA im Mittelgewicht an. Robert Larsen, 43 Jahre, 5 Kämpfe, davon 2 gewonnen, 1 durch K.o. und 2 verloren durch K.o., 1 Unentschieden. Der Einmarsch der Boxer war so unterschiedlich wie Tag und Nacht: Larsen kam völlig unvorbereitet und locker zum und in den Ring, als wäre das hier so eine Art Pflichtveranstaltung. Ganz anders bei Denny Lehmann: richtig aufreißerische Titelmusik für den Gang Richtung Ring. Es hätte auch heißen können: König Leonidas, der Spartaner, geht seinen Weg. Das Prozedere: Alle sind vor Beginn im Ring, hören die Nationalhymnen, dann kurze Besprechung mit dem Ringrichter und schon ertönt der erste Gong. Die erste Runde – ganz klar, man beschnuppert sich, schaut wie der andere so tickt, schickt hier und da schon mal eine gefährliche Offerte an seinen Gegner. In den nächsten Runden veränderte sich das Klima auf beiden Seiten sichtlich. Larsen konnte sich nicht richtig behaupten, weil Lehmann gut in der Deckung war und lauernd auf Fehler wartete. Ab und zu ließ Larsen die Deckung fallen, lockte Lehman damit und schlug ebenfalls ein aber auch zwei Mal etwas zu tief – mit Unterbrechung der jeweiligen Runde. Lehmann bewegte sich allzu berechenbar, das hatte die Taktik von Larsen zuvor erkennen lassen. Bis zur 4. Runde hatten sich beide Boxer in Griff. Bei Larsen war die Kondition der Schwachpunkt, in Runde 4 kam das Aus für Larsen mit dem Handtuch-Wurf durch den Trainer in den Ring. Im Endeffekt wurde das als technischer K.o. gewertet. Viele schienen mit dem Kampf nicht zufrieden gewesen zu sein und verließen schneller als der Schall den Wettkampfort. Selbst der Sportdirektor der GBA verließ mit den Worten „Das muss man sich nicht antun“ die Halle, aber die Meinungen sind halt verschieden. Die Fans standen fest hinter Denny Lehmann und feierten ihren Spartaner lauthals mit „Ahuu Ahuu“-Rufen, der aus ihrer Sicht einen guten Kampf abgeliefert hatte. Vor Redaktionsschluss erfuhren wir aus den sozialen Netzwerken, dass die Revanche zwischen Schultz und Lauri auf Oktober/November oder sogar auf Dezember verschoben sei – so richtig bestätigen wollte das keiner. Auf Nachfrage bei Rico Schultz war zu erfahren, dass auch er es schon erfahren hat und recht verdutzt ist. Man könnte annehmen, dass Denny Lehmann diesen Fight gern selbst hätte, auch als Revanche. Immerhin sagte er in der Dankesrunde nach dem Kampf mit Larsen, dass er sich vorstellen könnte, am 2. Dezember gegen Lauri zu boxen.  Schultz hätte dabei einen Vorschlag: Man könnte um den Fight mit Lauri einen sogenannten Vorkampf boxen, der Sieger würde dann gegen Lauri seine Revanche bekommen. Immerhin habe er Denny Lehmann unlängst herausgefordert, doch bisher noch keine Rückmeldung erhalten.

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