Wie im Leben: Alle sitzen in einem Boot!

    Am 4. Juni gibt es einen Grund mehr, an die Spree zu spazieren. Von 11 bis 14 Uhr laden die Drachenboot-Sportler „Pink Lions“ ein zum Paddeln gegen Brustkrebs. Wer da kommen kann? Jeder!  Erkrankte, Geheilte, Angehörige von Betroffenen, Gesunde und auch die sind gern gesehen, die sich einfach ein paar schöne Stunden am Wasser gönnen bei Grillwurst, Kaffee und Kuchen. Wie im Leben, sitzen an diesem Tag alle in einem Boot. Jeder kann aufs Wasser und paddeln. Der Organisator der Veranstaltung ist das Drachenboot-Team der Hawle Guss GmbH Fürstenwalde: die „Hawlinger“ e.V. Die Sportler stellen ihre beiden Boote gern zur Verfügung und sind überhaupt mit der gesamten Mannschaft bei der Sache. Auf die Frage, wie sie auf die Idee für diese Aktion kamen, sagt Andrea Lutter: „Wir fahren im Jahr mindestens zu 6 bis 7 Regatten. 2013 sind Vanessa Amthor und mir beim Monkey Jumble in Saarbrücken erstmals Mannschaften aufgefallen, die aus Brustkrebserkrankten bestehen. Das hat uns so beeindruckt. Wir sind beide nicht persönlich von dieser Krankheit betroffen. Aber jeder kennt jemanden, der das ist oder war. Und jeder musste wohl schon erleben, wie Nahestehende an der Krankheit starben. Krebs geht uns alle an.“ Es war keine große Anstrengung, alle 35 Hawlinger-Mannschaftsmitglieder davon zu überzeugen, sich dieser guten Sache anzuschließen. Die Sportler befassten sich mit der Studie des Sportmediziners Dr. Donald C. McKenzie und erfuhren, dass diese Initiative gegen Brustkrebs seit 1996 weltweit gewachsen ist und seit 2013 auch vom Deutschen Kanu-Verband unterstützt wird. In Deutschland gab es bislang zehn Teams – im Osten bis vor kurzem keines. Jetzt sind zwei im Aufbau: eins in Dresden und die „Pink Lions“ in Fürstenwalde. Auf diesen Namen kam die Mannschaft nach einem gemeinschaftlichen Brainstorming, schließlich ist der Löwe eh‘ im Logo der Hawlinger. Schon bald war der Entschluss da, einen Aktionstag am Fürstenwalder Bootshaus zu starten. Die Mannschaft suchte und fand fachkundige Ratgeber, Mitstreiter und Sponsoren. Mit im Boot sind das Mamma-Zentrum des HELIOS Klinikums Bad Saarow, das Sanitätshaus der REHA.TECH GmbH mit PLUS, Anke Reincke – Pflege mit Herz und nicht zuletzt Marco Sell, Geschäftsführer und in Persona „Botschafter des guten Geschmacks“.

    Warum Dr. McKenzie die Studie für erforderlich fand und warum er ausgerechnet das Drachenbootfahren als Sportart gegen Brustkrebs aussuchte? Er beobachtete, dass die Nachbehandlungsphase einer Krebsbehandlung oft mangelhaft bzw. überhaupt nicht gegeben ist. Den Patienten werde oft nur gesagt, was sie nicht tun sollten. McKenzie prangert aktuelle Stellungnahmen an, die den Betroffenen sogar empfehlen, anstrengende Tätigkeiten zu vermeiden, um Lymphödeme zu verhindern. Dabei sei genau das Gegenteil der Fall. McKenzie gründete mit 24 Paddlerinnen, die eine Krebsgeschichte hatten, eine Drachenboot-Mannschaft. Drachenboot, weil es ein anstrengender, zyklischer Sport ist, der vor allem den Oberkörper fordert und weil Drachenboot nicht gewichtsabhängig ist, wie zum Beispiel Laufen. Jeder variiert beim Durchziehen des Paddels seinen Krafteinsatz selbst. Und wer nicht mehr kann, nimmt sein Paddel aus dem Wasser und die Mannschaft sorgt dafür, dass das Boot dennoch sein Ziel erreicht. McKenzie: „Die Auswirkungen, die diese Erfahrungen auf die Frauen hatte, waren überwältigend. Die körperlichen Veränderungen hielten kaum stand mit denen der Psyche. Die Frauen entwickelten sich zum Vorbild für  andere Menschen mit Brustkrebs und gaben ihnen die Inspiration, ein aktives Leben zu führen“.

    Frauen, die nach diesem Aktionstag regelmäßig Drachenboot-Sport betreiben wollen, können die Boote und Paddel der Pink Lions nutzen, werden von ihnen sportlich betreut und auf Regatten begleitet.

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