Bilal Messoudi scheitert an Taktik

    Finaltag für das Box-Event von Nick Klappert war am letzten Samstag in Bernau in der Erich-Wünsch-Halle. Die Bedingungen sind allen anderen Boxveranstaltungen ähnlich: Inmitten der Halle steht der alles entscheidende Boxring und drum herum sitzen die Gäste und Fans. Insgesamt fanden 9 Kämpfe an diesem Abend statt, die durchaus sehenswert waren. Jedoch muss man auch ganz klar sagen, dass sich hierbei die Geister scheiden. Jeder hat eine andere Sicht auf die Kämpfe und entscheidet für sich, das letzte Wort haben aber sowieso immer die Ringrichter. Der Hauptkampf des Abends rückte immer näher und in der Zwischenzeit stellte sich heraus, dass Nick Klappert gar nicht gegen den Kolumbianer Orlen Padilla  boxen würde. Na, das war echt eine Überraschung – und dann ging es auch los mit den Mutmaßungen, erlebt haben wir das ja schon oft bei anderen Box-Events. Orlen Padilla sollte am Freitag in Deutschland sein, hatte jedoch vergessen, dass er, wenn er über die USA reist, ein Visum für Deutschland benötigt. So war der Titelkampf für Orlen Padilla Geschichte. Der Matchmaker kam nun offensichtlich in die Bredouille, sollte man glauben. Ihm blieben nur 24 Stunden für die Suche nach einem neuen, gleichwertigen Gegner. Spekulierend könnte man sagen, er hatte schon einen, denn die Nominierung ging recht schnell, ebenso mit Bestätigung des IBF. Der Gegner hieß an diesem Abend Bilal Messoudi, ein Marokkaner aus Köln. Seine Bilanz: 4 Kämpfe gewonnen, 3 verloren und 1 Unentschieden – das sagt ja nun nicht so viel aus. Nick Klappert hingegen hat bereits 23 Kämpfe gewonnen, bei 2 Niederlagen ist dann doch alles gesagt. Der Kampf begann mit dem Einmarsch, kurz und schmerzlos – und schon standen sie beide im Ring. Bilal Messoudi boxte, als wenn es kein Morgen gäbe. Das war dann doch erstaunlich, gefunden innerhalb von 24 Stunden, ohne Vorbereitung und doch kämpfend wie ein Berber. Nick Klappert trug das mit Fassung und begann seinen Kampf mit ausgesprochener Finesse. Bilal Messoudi boxte recht massiv, auch unter der Gürtellinie, was dem Ringrichter jedoch komplett entging. Da kann man ja von Glück reden, dass er gesehen hat, dass Bilal Messoudi geschätzte drei Mal den Mundschutz verlor. Nick Klappert, so wie es seine Vorbereitung auch schon zeigte, ließ sich nicht beirren, sondern folgte dem Tun von Bilal Messoudi, um daraus seine Taktik zu entwickeln. Im weiteren Verlauf verstärkte Nick Klappert seine Bemühungen und zeigte seinem Gegenüber durch Täuschung, Deckung sowie gezielte vorwärts gerichtete Schläge, womit er es hier zu tun bekommt. In einigen Runden war es Bilal Messoudi anzumerken, dass er den gravierenden Fehler der mangelnden Deckung teuer bezahlen musste. Trotz dieses Mankos boxte er weiter, um schnell und Konsequent ans vermeintliche Ziel zu kommen. Jedoch hat das auch Nick Klappert bemerkt und in diesen Momenten Bilal Messoudi knallhart angegriffen. Schon in den letzten zwei, drei Runden zeichnete sich ab, wie der Kampf entschieden wird. Die Schlussrunde verging eigenartigerweise wie im Fluge. 12 Runden voller Spannung, die Fans halfen ordentlich mit und der Titel ‚International IBF‘ ist und bleibt bei Nick Klappert.

    Herzlichen Glückwunsch, Nick!

    Copy Protected by Chetan's WP-Copyprotect.
    X