Brandenburgs Blaubeerensaison beginnt 

    Traditionell lädt der Gartenbauverband Berlin-Brandenburg e.V. Mitte Juli die Brandenburger und Berliner zum Beerenpflücke aufs Feld ein. Niemand muss mehr auf „gut Glück“ stundenlang durch die Wälder streifen, um irgendwo versteckt wachsende Blaubeeren zu finden. Im Gegenteil:  Die Brandenburger Obstgärtner machen es Beerenliebhabern leicht. In Brandenburg haben sich 20 Betriebe auf den Anbau von Kulturheidelbeeren auf einer Fläche von insgesamt 240 Hektar spezialisiert. Der Start der Beeren-Selbstpflücke erfolgte gestern auf dem Spargel- und Erlebnishof Klaistow Buschmann & Winkelmann, Glindower Straße, in Klaistow. Agrarminister Jörg Vogelsänger, Landrat Wolfgang Blasig (Potsdam-Mittelmark), der Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth und Klaus Henschel, Präsident des Gartenbauverbands, eröffneten gemeinsam die Heidelbeersaison offiziell.

    2016 bewirtschafteten 50 Brandenburger Betriebe eine Strauchbeerenfläche von rund 875 Hektar. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von rund 20%. 2016 wurden insgesamt 1.790 Tonnen Strauchbeeren geerntet. Die größte Strauchbeerenobstanbaufläche liegt im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

    Mit rund 240 Hektar gehört die Heidelbeere zur zweitwichtigsten Strauchbeerenart (Sanddorn 352 Hektar) im Land. Aufgrund der hohen Nachfrage erhöhte sich hier Anbaufläche für Kulturheidelbeeren um 44% im Vergleich zum Vorjahr. Die Erntemenge lag bei 7.279 Dezitonnen.

    Der Spargel- und Erlebnishof Klaistow bewirtschaftet eine Anbaufläche von 150 Hektar Heidelbeeren. In diesem Jahr wird eine Erntemenge von 700 Tonnen erwartet. Da viele Neuanlagen gepflanzt wurden, rechnet man in den nächsten Jahren mit stark steigenden Erträgen.

    Herkunft, gesundheitlicher Wert und kulinarische Verwendung

    Die in Brandenburg angebauten Heidelbeeren stammen von nordamerikanischen Wildformen ab und sind keine hochgezüchteten heimischen Waldheidelbeeren. Sie gehören zur selben Gattung, unterscheiden sich aber schon auf den ersten Blick: Während heimische Blaubeeren klein und blau gefärbt an niedrigen, krautigen Büschen hängen, wachsen die deutlich dickeren Kulturheidelbeeren an bis zu zwei Meter hohen Sträuchern und haben eine blaue Schale und helles Fruchtfleisch. Die Kulturheidelbeeren haben gegenüber den heimischen Blaubeeren nicht nur ein größeres Volumen, sondern besitzen auch einen größeren gesundheitlichen Mehrwert: Die frischen Beeren wirken entzündungshemmend. Ihr Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen ist zum Teil erheblich höher, v.a. für Calcium, Magnesium und Eisen sowie für Vitamin A, B1 und B2. Auch der Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen ist höher als bei anderen Früchten.  Heilsame Wirkung wird der Heidelbeere v.a. im Bereich Stärkung des Immunsystems, Verzögerung von Alterungsprozessen sowie regulierende Wirkung bei Magen- und Darmerkrankungen zugesprochen. Außerdem soll sich der Blaubeerverzehr positiv auf die Senkung des Cholesteringehalts auswirken.

    Frische Heidelbeeren sind ein purer Genuss. Auch gezuckert oder mit Schlagsahne genossen, lassen sie die Geschmacksknospen erblühen. Die säuerliche Frische der Beeren passt wunderbar zu Eierkuchen, Torten, Quarkspeisen, Müsli oder Muffins. Sie sind auch ideal als Gelee oder Konfitüre und dürfen als Schwarzbeermarmelade auf dem Frühstückstisch nicht fehlen.

    Egal, wie sie zubereitet werden, Heidelbeeren sind ein fruchtiger Sommertraum!

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