Neue Konzernstrategie für Wandel, Wertschöpfung und Wachstum

    „Das vergangene Jahr war für EWE ein gutes Geschäftsjahr, das von einem stabilen operativen Geschäft und zwei Sondereffekten geprägt wurde: Das deutlich verbesserte Konzernperiodenergebnis ist dabei insbesondere auf den erfolgreichen Verkauf unserer Anteile an der VNG in Leipzig und eine Neuregelung der Altersvorsorge bei der swb AG zurückzuführen“, erläutert Michael Heidkamp, Vorstand Markt der EWE AG, bei der Jahrespressekonferenz der EWE-Region Brandenburg/Rügen in Strausberg. Das Ergebnis sei insgesamt zufriedenstellend und habe es EWE ermöglicht, Risikovorsorge zu betreiben, Verbindlichkeiten vorzeitig spürbar zu reduzieren und damit auch künftige Belastungen deutlich zu senken.

    Strategie 2026: Wandel, Wertschöpfung und Wachstum

    Seinen Veränderungspfad wird EWE fortsetzen und mit der im zurückliegenden Geschäftsjahr verabschiedeten Strategie bis 2026 das führende Energieunternehmen für Deutschlands Norden bauen. Konkrete Beispiele für die Neuausrichtung seien vertriebliche Aktivitäten mit attraktiven Produkten und Dienstleistungen, auch über die Grenzen des EWE-Heimatmarktes in Niedersachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern hinaus. Zudem wolle EWE digitale Innovationen nutzen, bei der das Unternehmen auch auf Erfahrungen und digitale Kompetenzen neuer Partner und Unternehmensbeteiligungen setze.

    Zukunftsfähiger Geschäftsumbau

    Da sich die Energielandschaft weitgehend dezentralisieren wird, ist der Zugang zum Kunden ein entscheidender Erfolgsfaktor. Zudem führt die Digitalisierung bereits heute zu einer tiefgreifenden Veränderung des Kundenverhaltens, aber auch zu einem Wandel von Wertschöpfungsstrukturen und Geschäftsmodellen. „Künftig werden verschiedene Märkte und Produkte zusammenwachsen, insbesondere Strom, Wärme, Telekommunikation, IT und Mobilität“, ist Heidkamp überzeugt. Deshalb baue EWE das Unternehmen entlang der beschlossenen Strategie 2026 weiterhin zukunftsfähig um und intensiviere sein Engagement für die Energiezukunft.

    Überzeugt ist Heidkamp auch, dass es eine Welt, in der ausschließlich auf Strom als Energieträger gesetzt wird, bis weit in dieses Jahrhundert hinein nicht geben wird. Derzeit sei der Energiebedarf im deutschen Wärmemarkt doppelt so hoch wie der gesamte Stromverbrauch. Daher sei es kaum möglich, Wärme durch Strom zu ersetzen. „Noch bis 2050 werden wir weiter auf Erdgas als den fossilen Energieträger mit den geringsten CO2-Emissionen zurückgreifen müssen, besonders in der Wärmeversorgung.“ Die Gas-Infrastruktur werde darüber hinaus nützlich sein und zukünftig beispielsweise als Zwischenspeicher für synthetisch aus Windstrom erzeugtes Gas dienen. Zudem plane EWE mit der Universität Jena den Bau einer riesigen Redox-Flow-Batterie in den Kavernen eines ehemaligen Salzstocks im ostfriesischen Jemgum. „Wenn alles funktioniert, kann dies den Markt für Regelenergie grundlegend verändern. So ist die Strommenge, die ein Speicher dieser Art beinhaltet, ausreichend, um eine Millionenmetropole wie Berlin für eine Stunde mit Strom zu versorgen.“

    Ausbildung erstmals in Brandenburg

    Eine Herausforderung, der EWE in den nächsten Jahren ebenfalls begegnen muss, ist der bevorstehende Generationenwechsel im Unternehmen. „Der demografische Wandel geht auch an uns nicht vorbei“, so Müller weiter. Um dem entgegen zu wirken habe EWE seine Ausbildungsmöglichkeiten erweitert. Neben der hochqualifizierten Ausbildung in der EWE-Zentrale in Oldenburg bildet EWE seit dem 1. August erstmals auch in Brandenburg aus. „Drei junge Brandenburger erlernen den Beruf des Anlagenmechanikers, machen sich mit unserer Praxis vor Ort vertraut und können dabei in ihrer Heimat bleiben“, sagt Müller. Das erleichtere später die berufliche Eingliederung in das Unternehmen. Im nächsten Jahr bildet EWE in Brandenburg auch kaufmännisch aus.

    Copy Protected by Chetan's WP-Copyprotect.
    X