So eine Traktorfahrt, die ist beschaulich und sehr angenehm, vor allem, wenn man viel Zeit hat. Quer durch Deutschland mit einer Höchstgeschwindigkeit von ganzen 18 Kilometern pro Stunde, da gehört schon was dazu. So eine besondere Überlandfahrt bietet viele Vorteile – ganz besonders im Land Brandenburg. Man fährt mit viel Sinn und Verstand und kann den Blick ganz aufs Wesentliche richten, genießt die Abwechslung der unterschiedlichen und immer wieder reizvollen Umgebung und macht sich dabei so seine Gedanken. Der Bremer Christian Seevers ist für einen 62-Jährigen topfit und erlebt sein Hobby auf einzigartige Art und Weise. Seinen Traktor hat er gemeinsam mit der Familie in Schuss gebracht und – welch ein Zufall – auch dieser ist im gleichen Alter und tuckert nun kontinuierlich mit 30 PS durchs Land. Dazu hat Christian Seevers noch einen Bauwagen, den er selbstverständlich auch akkurat überholt und ausgebaut hat. Im Vorfeld hat Seevers diese Reise, die nahezu 1.000 km umfasst, peinlichst genau geplant, mit allem was dazu gehört: ein festgelegter Tourenplan, Wegbeschreibungen und Sehenswürdigkeiten. Der Weg sollte natürlich auch ins Land Brandenburg führen. Warum ausgerechnet Brandenburg, das erfuhren wir am Abend in der Pechhütte in Bad Saarow bei einem kühlen Bier. Denn wie man hören konnte, hat die „Grüne Woche“ in Berlin auch einen tieferen Sinn: Man kann Freundschaften und Herausforderungen gut unter einen Hut bringen. Markus Klosterhoff, der Braumeister des Finsterwalder Brauhauses, ist immer auf der Suche nach neuen Ideen und Innovationen und die Grüne Woche hält da ja bekanntlich so manches bereit. Er besuchte den Stand der Hansestadt Bremen und Christian Seevers unterstützt seine Stadt wo er kann – und so auch hier. Man kam ins Gespräch, es entwickelt sich eine lustige und sicherlich auch erfrischende Unterhaltung, so dass am Ende klar war: Man muss sich in Finsterwalde auf jeden Fall wiedersehen. Ein Mann, ein Wort! Seevers kam mit dem Ansinnen, den Verein der Privatbrauereien in Brandenburg, in dem das Brauhaus Finsterwalde Mitglied ist, zu unterstützen. 12 Privatbrauereien in Brandenburg haben gemeinsam den „Verein zur Förderung Brandenburger Klein- und Gasthausbrauereien und regionaler Infrastrukturen e.V.“ gegründet und zum 500-jährigen Bestehen des Reinheitsgebotes in Potsdam ein großes Fest gegeben. Bei diesem Fest wurde die erste Bierstraße proklamiert. Was das bedeutet, dürfte klar sein. Die Bierroute in Form eines Herzens kann der Reisende im wahrsten Sinne erfahren und 12 tolle Privatbrauereien erleben. Seevers war schon im Süden Brandenburgs, bei den dort ansässigen Brauereien und kam letzten Donnerstag nach Fürstenwalde zur Rathausbrauerei. Er wurde von Peter Seifert sowie dem Stadtoberhaupt von Fürstenwalde, Bürgermeister Hans-Ullrich Hengst, auf das Herzlichste begrüßt – wie soll es anders sein, mit einem Frischgezapften natürlich. Viel Zeit blieb dem Bier-Enthusiasten leider nicht, aber er war nach einer Privatführung von Peter Seifert von der Brauerei im Ratskeller begeistert. Kein Wunder, denn die Entstehung der Brauerei und die Geschichte des Brauens in der Stadt reicht ja bekanntermaßen sogar bis nach Japan.

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