Langzeitarbeitslose bekommen Chancen

    Arbeitsmarkt-Erfolge wie in der Hauptstadtregion gibt es nirgends sonst in der Republik. Trotz des recht schlechten Wetters war die Arbeitslosigkeit im März weiter auf dem Rückzug. Der Personalbedarf der Unternehmen ist ungebrochen. Die Zahl der Arbeitslosen hat sich in Berlin gegenüber 2005 halbiert, in Brandenburg gegenüber 2009. Trotzdem sollte niemand den Aufschwung als selbstverständlich ansehen. Der aufgeflammte internationale Handelsstreit zeigt, dass sich das Klima rasch ändern kann. Dies könnte auch den Arbeitsmarkt treffen.

    Die Daten zeigen, dass auch Langzeitarbeitslose zunehmend Chancen bekommen. In Berlin ist ihre Zahl binnen Jahresfrist um 12,2 Prozent zurückgegangen, in Brandenburg sogar um 14,9 Prozent. Über die Hälfte der Arbeitslosen in der Region, die in den vergangenen zwölf Monaten eine Stelle gefunden haben, waren zuvor langzeitarbeitslos. Im ersten Arbeitsmarkt gibt es also noch reichlich Beschäftigungspotenzial. Es wäre der falsche Weg und auch unsozial, für alle Langzeitarbeitslosen öffentlich geförderte Beschäftigungen zu schaffen – ausgerechnet in einer Phase der Rekord-Nachfrage nach Personal. Die Idee eines „solidarischen Grundeinkommens“ würde den Menschen die Möglichkeit nehmen, sich in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren und auf eigenen Füßen zu stehen. Zudem sind drei von vier Langzeitarbeitslosen weniger als drei Jahre ohne Beschäftigung. Die meisten haben durchaus Fähigkeiten und Talente, die bei den Firmen gefragt sind. Nur ein sehr geringer Teil der Langzeitarbeitslosen dürfte auf Dauer keine Aussicht auf einen Job haben. Allein für diese Gruppe sind spezielle Angebote vorstellbar.

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