Stellungnahme des VdMK zum Koalitionsvertrag

Der Vorstand des Verbandes der Musik- und Kunstschulen begrüßt grundsätzlich den geplanten Ausbau der Angebote von Musik- und Kunstschulen im ländlichen Raum. Der Verband vertritt als Träger- und Fachverband die 35 von den Kommunen und Landkreisen getragenen und geförderten Brandenburger Musik- und Kunstschulen mit öffentlichem Bildungsauftrag.

Mit Unterrichtsorten im ganzen Land halten die öffentlichen Musik- und Kunstschulen flächendeckend ein qualifiziertes und vielfältiges Bildungsangebot der musikalisch-künstlerischen Bildung vor. Mit rund 1.500 Fach-Lehrkräften erreicht das Angebot der öffentlichen Musik- und Kunstschulen in Brandenburg 43.000 Kinder und Jugendliche. Die Nachfrage ist anhaltend hoch.

Dem Ausbau von Musik- und Kunstschulen steht allerdings die Schwierigkeit gegenüber, hoch qualifizierte Fachlehrer zu gewinnen und in Brandenburg langfristig zu halten. Die erhebliche Erhöhung der Lehrergehälter an Grundschulen in der vergangenen Legislaturperiode bedeutet eine gravierende Benachteiligung der öffentlichen Musik- und Kunstschulen im Wettbewerb um Musik- und Kunstpädagogen.

In einem gemeinsamen öffentlichen Bildungssystem muss sich die Tarifbezahlung der vergleichbar qualifizierten Musik- und Kunstschulpädagogen mittelfristig an der Eingruppierung der allgemeinbildenden Schulen ausrichten. Das Gehaltsgefälle zwischen den beiden öffentlichen Schulsystemen ist durch nichts zu rechtfertigen. Außerdem muss die Anzahl der fest angestellten Lehrkräfte an den öffentlichen Musik- und Kunstschulen erhöht werden, um auch dem quantitativen Ausbau gerecht zu werden.

Grundsätzlich hat sich die künftige Brandenburger Regierungskoalition zu der Bedeutung von Bildung als Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, zur Förderung begabter Schülerinnen und Schüler sowie für die bestmöglichen Bedingungen für die Ausbildung und Berufsvorbereitung Jugendlicher in Brandenburg bekannt.

Gleichwohl ist es „bedauerlich, dass die neue Landesregierung, die sich Zusammenhalt und Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben hat, der musisch-kulturellen Jugendbildung im Koalitionsvertrag praktisch nur einen Nebensatz widmet. Kulturelle Bildung ist eine der Grundlagen für eine chancengleiche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Musik- und Kunstschulen sind in den Regionen häufig der einzig verbliebene Kultur-Nahversorger und in ihrer Bedeutung für ein lebenswertes Brandenburg von morgen kaum zu überschätzen“, so die Vorsitzende des VdMK, Gerrit Große.

„Wir fordern daher, auf eine angemessene Vergütung der fest angestellten Musik- und Kunstschullehrer und auskömmliche Honorare für die freien Mitarbeiter hinzuwirken und sich als Land stärker für die Ausbildung des begabten Nachwuchses bis zur Hochschulreife zu engagieren.“

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