Logbuch der Veränderungen öffnet für dritte Befragungsphase

Im „Logbuch der Veränderungen“ haben bisher über 500 Logbuchschreiber ihre Beobachtungen zu gesellschaftlichem Wandel in der Corona-Pandemie dokumentiert. Vom 1. bis 15. September 2020 können Bürger berichten, wie sie die neue „Normalität“ unter den anhaltenden Corona-Bedingungen erleben. Prof. Dr. Benjamin Nölting, Leiter des Forschungszentrums Nachhaltigkeit – Transformation – Transfer an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, leitet das Citizen-Science-Projekt.

Wie die Corona-Pandemie unser Denken und Handeln beeinflusst und welche Veränderungen die Bürgerinnen und Bürger in der Gesellschaft beobachten, das wird ab sofort mit dem „Logbuch der Veränderungen“ weiter erhoben. Die vier Wissenschaftler/innen Wiebke Crewett, Uwe Demele, Bettina König und Benjamin Nölting untersuchen, was man aus dem Umgang mit Corona über gesellschaftlichen Wandel lernen kann. Aus diesen Erkenntnissen möchten sie Schlussfolgerungen ziehen, wie eine Nachhaltigkeitstransformation gestaltet werden kann. Das Bürgerwissenschaftsprojekt „Logbuch der Veränderungen“ hat einen sehr großen Zuspruch erhalten. Im Zeitraum 26. März bis 24. Juni 2020 haben 508 Logbuchschreiber insgesamt 828 Logbucheinträge zu ihren Alltagsbeobachtungen in der Corona-Pandemie zusammengetragen. Sie haben zu den Handlungsfeldern Mobilität, Einkaufen & Versorgung, Familie & Freizeit, Arbeit, Fürsorge & Betreuung, Information & Kommunikation berichtet. 127 von ihnen haben zwei und mehr Einträge gemacht. „Wir sind überwältigt von der sehr guten Beteiligung“, erläutert Prof. Dr. Benjamin Nölting. Als Ursache für den Erfolg vermutet er: „Erstens scheint es in der Zeit, die von Unsicherheit und großen Veränderungen geprägt ist, einen Bedarf zu geben, sich mit den Erlebnissen und Fragen, die einen beschäftigen, in strukturierter Form auseinander zu setzen. Zweitens können die Bürgerinnen und Bürger bei der Logbuchmethode weitgehend selbst bestimmen, worüber und wie sie berichten möchten. So kann eine große Bandbreite an Veränderungen erfasst werden.“

Die drei Phasen der Logbuch-Erhebung:
1. Phase: Lock-down 26.03. bis 19.04.2020 (409 Einträge)

2. Phase: Erste Lockerungen 20.04. bis 24.06.2020 (418 Einträge)
3. Phase: Neue „Normalität“ 01.09. bis 15.09.2020

In der Phase der neuen „Normalität“ interessiert die vier Forscher, welche Erfahrungen die Bürger bisher mit den Corona-bedingten Änderungen gemacht haben und welche davon sie als langandauernd einschätzen. „Hierbei erhoffen wir uns Hinweise darauf, ob und wie durch Lernen und Ausprobieren aus den Beobachtungen und Erfahrungen eine Veränderungskompetenz entstehen kann“, erklärt Nölting.
Die Auswertung der Logbucheinträge soll bis zum Jahresende erfolgen. In dem Zeitraum möchte sich das Forscher-Team auch mit den Bürgern über die Ergebnisse austauschen und gemeinsam diskutieren, was Corona für die gesellschaftliche Entwicklung bedeutet. Hierfür sind Online-Workshops angedacht.

Wie kann man mitmachen?
Das „Logbuch der Veränderungen“ ist ab sofort bis 15. September online zugänglich. Bürgerinnen und Bürger können pseudonymisiert mitmachen. Rückschlüsse auf die Logbuchschreiber können nicht gezogen werden:
www.logbuch-der-veraenderungen.org

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