Universitäten machen jüdische Friedhöfe online erfahrbar

Sie sind verwahrlost, teilweise zerstört oder überbaut und nun trotz allem erfahrbar – jüdische Friedhöfe in Westpolen, die sich bis 1945 in den Grenzen der Provinz Brandenburg befanden. Ein deutsch-polnisches Forschungsprojekt an der Europa-Universität Viadrina in Kooperation mit der Universität Potsdam dokumentiert 26 dieser jüdischen Friedhöfe und präsentiert die Ergebnisse online. In einer Datenbank mit rund 650 Einträgen zu einzelnen Grabsteinen oder Grabsteinfragmenten sowie mittels einer interaktiven Online-Karte können sich Interessierte über die Standorte und den aktuellen Zustand der Friedhöfe informieren. In dem untersuchten Gebiet in den polnischen Woiwodschaften Lebus und Westpommern gibt es insgesamt 46 jüdische Friedhöfe, deren Zustand heute sehr unterschiedlich ist.

Die Bilanz des Forschungsprojektes: Auf 26 Friedhöfen, also etwas mehr als der Hälfte, sind Grabsteine beziehungsweise Grabanlagen erhalten geblieben. Allerdings befinden sich auf keinem einzigen Friedhof alle Grabsteine an ihrem ursprünglichen Aufstellungsort. Acht Friedhöfe sind leer, die Bestimmung des Ortes wurde aber nicht verändert. Neun weitere Friedhöfe wurden überbaut. In drei weiteren Fällen sind die Friedhöfe zwar überbaut oder anders genutzt, in der Ortschaft gibt es aber einen externen Gedenkort, an dem die erhaltenen Grabsteine aufgestellt sind.

 

Die interaktive Online-Karte „Jüdische Friedhöfe in Westpolen“

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Ersten Überblick über den gegenwärtigen Zustand der jüdischen Begräbnisstätten.

 

Diese umfassen Kurzbeschreibungen zur Geschichte der jeweiligen jüdischen Gemeinde und des Friedhofs, einen Lageplan sowie Transkriptionen der Grab-Inschriften und Übersetzungen aus dem Hebräischen ins Deutsche und zum Teil ins Polnische.

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