Tag der offenen Tür in der Burgdorfschule

Einen Tag der offenen Tür zu präsentieren, ist in jedem Falle immer etwas Besonderes, denn Information und Kommunikation sind ein fundiertes Mittel, etwas Neues kennenzulernen oder etwas Bewährtes vorzustellen. Und genau diese offene Art der Kommunikation konnten interessierte Besucher am vergangenen Samstag in der Burgdorfschule in Fürstenwalde erleben. Die Burgdorfschule ist eine staatlich anerkannte Ersatzschule mit dem Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“. 170 Kinder lernen hier jeden Tag lesen, schreiben, Mathematik, Deutsch, Hauswirtschaft und noch viel mehr für das Leben von Morgen. Dafür sorgen die Lehrer der Burgdorfschule, die ihre Schüler an fünf Tagen, immer von 8 Uhr bis zum Nachmittag, um 15.30 Uhr, unterrichten und betreuen, so dass jedes Kind die volle Aufmerksamkeit erhält, die es benötigt. Zwei Lehrer pro Klasse mit bis zu 10 Kindern und weitere Betreuer teilen sich das Lehren der Kinder in langsamen Schritten.
Für die Besucher, die für sich und ihre Kinder eine adäquate Schule mit besonderem Anspruch suchen, war dieser Info-Tag ein Erfolg. Das liegt an der freundlichen und offenen Art der Lehrer, sie haben das Wissen um die Bedürfnisse ihrer Schützlinge und erkennen sofort, wo noch Überzeugungsarbeit oder spezielleres Wissen von Nöten ist. Der Umstand, dass man als Eltern zwar schon viel weiß, aber eben auch nicht alles, kam dem Tag zugute.
Die Klassenräume, die im Übrigen auf dem neuesten Stand der Digitalisierung gehalten werden, ebenso wie an vielen anderen Schulen, werden eigentlich nur noch durch die gut ausgebildeten Lehrer, die mit Leidenschaft und dem Blick für das Wesentliche ihrer Aufgabe nachgehen, getoppt. Jeder ist auf seine Weise dann doch ein Unikat, weil sie sich ihre ganz individuellen Gedanken machen. Beispielsweise haben wir mit Christian Adam gesprochen, der die Pandemiezeit dafür nutzte, sich neue Lehrmittel auszudenken, die seine Schüler mit einfachen Aufgaben weiter beflügeln könnten. Oder Marcus Seeliger, der sich berufen fühlt, alles zu geben. Er kommt sogar aus den eigenen Reihen. Einst hatte er in der Korczak Schule Heilerziehungspfleger gelernt, mit dem Anspruch der Sonderpädagogik, die er dann an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Teltow absolvierte, mit Unterstützung der Burgdorfschule. Heute füllt er den Tag für seine Schüler aus und hilft ihnen, in ihrem Tempo das zu erlernen, was sie zum Leben brauchten. Der Schreibparcours mit Franziska Noack und Grit Wendland, die sich wie alle in der Burgdorfschule mit Engelsgeduld bemühen, den Schüler das Schreiben und die Inhalte der Worte und deren Sinn beizubringen, ist auch eine tolle Idee. Zudem verfügt die Schule über Räumlichkeiten für Kinder mit einer Sehbeeinträchtigung. Es gibt zwei Räume, den weißen und den schwarzen Raum. Mittels unterschiedlicher Beleuchtung in jeglicher Ausstrahlung hilft man so den Kindern, mit der Sehbeeinträchtigung umzugehen. Der weiße Raum ist mit hellem Licht ausgestattet. Mit einer Box, aus der das Licht von unten kommt oder in der Box unter UV-Licht können sie malen und Aufgaben lösen. Das fördert eine kontrastreichere Wahrnehmung des Lichtes. Und der schwarze Raum nutzt ebenfalls das UV-Licht, nur mit anderem Inhalt: Ertasten und Fühlen sollen dabei sensibilisiert werden und die Kinder lernen außerdem, beide Sinne zu kombinieren. Und wenn es den Schülern dann doch irgendwann zu viel wird und die Schulzeit vorbei ist, hat die Schule für sie eine Wohlfühl-Area mit modernsten Spielmöglichkeiten eingerichtet.

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