Anzahl der Schäfereien in Brandenburg nimmt ab

    Mit dem Netzwerkprojekt „Schäfer schützen“ setzt sich die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde für den Erhalt von Schäferbetrieben im Land Brandenburg ein. Auf einer Austauschplattform sollen Informationen für Schäfer/innen, Verbraucher/innen, Naturschützer/innen und Forscher/innen gebündelt werden, um Ideen zum Fortbestehen des Berufsstandes zu entwickeln.

    Seit Jahren nimmt die Zahl der Schäfereien in Brandenburg ab. „Wurden 2008 noch 126 100 Schafe gehalten, waren es Ende 2017 nur noch 69 300“, berichtet Ann-Kristin von Saurma, Netzwerkkoordinatorin von „Schäfer schützen“. Aktuell gebe es nur noch 75 Haupterwerbsschäfereien. Die Ursachen für den Rückgang brandenburgischer Schäfer ist vielfältig. Vor allem die angespannte wirtschaftliche Situation macht vielen Betrieben zu schaffen.

    Importiertes Lammfleisch aus Neuseeland ist kostengünstiger als regional erzeugtes, die Einnahmen aus dem Verkauf der Wolle decken gerade so die Kosten des Scherens und die Leistungen in der Landschaftspflege werden kaum honoriert. Unter diesen Umständen sind Auszubildende für den Schäferberuf nur schwer zu finden, beobachtet Ann-Kristin von Saurma. Ein Problem, denn eine nachhaltige Landbewirtschaftung im Land Brandenburg ist ohne den Erhalt und die Pflege des Grünlandes nicht denkbar.

    Es braucht Schafherden, um vor allem sensible Standorte beweiden zu können. Diese sind erst über die Jahrhunderte durch die Beweidung mit Schafen entstanden und zählen heute zu den artenreichsten Lebensräumen Europas. Ein Ausbleiben der Beweidung führt zwangsläufig zu einem Rückgang der Artenvielfalt erklärt die wissenschaftliche Mitarbeiterin der HNEE. Somit leisten Schäfer einen unverzichtbaren Beitrag zur Steigerung der Biodiversität.

    Im Rahmen des Netzwerkprojekts „Schäfer schützen“ wolle man alle Akteure aus der Praxis, der Landschaftspflege und dem Naturschutz zusammenbringen. Ziel ist es, gemeinsam Lösungen für die drängenden Herausforderungen der Schafhaltung zu finden und somit den Beruf der Schäfer wieder attraktiv zu machen.

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