Rahn Education Campus oder wie man aus der Not eine Tugend macht

    Jedes Jahr aufs Neue war es das Highlight schlechthin zum Schuljahresende – die Zeugnisübergabe und die feierliche Entlassung der Absolventen des Rahn Education Campus am Spreebogen im festlichen Ambiente des Theaters am See in Bad Saarow. Der Schulleiter, schillernde Persönlichkeit und Aushängeschild des Campus, geliebt wie kein zweiter Lehrer hier in der Region, Philipp Schittek, hielt mit viel Humor und trotzdem auch immer mit einem Hauch von Ernsthaftigkeit seine Rede als Eröffnung der Zeremonie. Dann folgten die übrigen Lehrer mit ihren Ansprachen im gleichen Sinne, Schülersprecher warfen einen frechen Blick zurück auf das vergangene Schuljahr, die Elternsprecher zogen Bilanz und alles war harmonisch miteinander verknüpft. Und plötzlich der Lockdown, die Corona-Pandemie, und alles ist plötzlich ganz anders. Stillstand, die Welt steht Kopf, die Fröhlichkeit und Unbeschwertheit ist verschwunden und auch die Schule, eigentlich eine Quelle des blühenden Lebens, wirkt nun wie ausgestorben. „Digital“ ist nun das Zauberwort der Stunde, aber der Campus war noch nicht komplett in das Rahn-Netzwerk eingepflegt, dies wurde jedoch sofort mit Hochdruck vorangetrieben. Die Schüler bekamen, wie auch in den anderen Schulen, Aufgaben gestellt, die sie erst einmal allein bewältigen mussten, die Lehrer waren aber immer erreichbar für den Fall der Fälle.

    Nun, nach den Lockerungen zum Schuljahresende hin, war vorgesehen, dass die Absolventen ihre Zeugnisse auf dem Schulhof der Freien Grundschule Fürstenwalde des Education Campus erhalten sollten. Die Planung war schon abgeschlossen. Am Freitag, so war der Plan, sollten weiße Stehtische mit den geforderten Abständen auf dem Schulhof platziert sein, klassisch gehalten mit schmückender Blumendekoration. Jeder Schüler durfte seine Eltern mitbringen, mehr war nicht möglich. Und dann kam Donnerstag: Unwetterwarnung für Freitag – und alles musste wieder über Bord geworfen werden. Was nun? Das Lehrerkollegium berief die Eltern und Schülervertreter ein, gemeinsam überlegten sie nicht allzu lange und kamen auf die Idee: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt“ Die Zeugnisse gab es nun in der Schule, mit einem kleinen Sektempfang wurde dieser Moment gebührend gewürdigt. Alle mussten sich ausnahmslos an die Regeln der Desinfektion und des Tragens der „Schnuffis“ halten. Dem wurde auch Sorge getragen. In den Klassen lag für jeden Gast an seinem Platz das Jahrbuch und die Abschlusszeitung, nebst einem eigens kreierten Rahn-Schnuffi. In der Eröffnungsrede des Campusleiters Philipp Schittek kam zu allererst der Rückblick, gekoppelt mit einem Ausblick in die Zukunft. Bei letzterem zeigte er auf, was nach den Ferien am Rahn Education Campus am Spreebogen Wirklichkeit werden soll. Ein Raunen ging wohl bei den Gästen und besonders den Schüler durch die Menge, besonders bei der Äußerung: „Juhu, endlich samstags auch Schule!“ Ja, das ist noch Zukunftsmusik, aber man wollte es wenigstens schon mal gesagt haben. Darüber hinaus ging der Schulleiter auf den Digitalpakt und Tablet-Klassen, Hilfspakete für digitale Freiräume und vieles mehr ein.

    Die Reden wurden in die einzelnen Klassen mit den Eltern sowie in die Klassen mit den Schülern und auch ins Schulgebäude gestreamt, so dass es alle in Echtzeit verfolgen konnten. Mit einem großen Banner und einer Minibühne wurde dieser Tag trotz der Hürde „Corona“ für die Schüler zu einem würdigen Moment. In kleinen Gruppen wurden sie hereingerufen und beglückwünscht.

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