Kampagne „bunt statt blau“ gegen das Rauschtrinken

„bunt statt blau“: Unter diesem Motto schufen in diesem Jahr bundesweit mehr als 6.100 Schülerinnen und Schüler Kunstwerke gegen das sogenannte Komasaufen. Das beste Plakat aus Brandenburg kommt von der 16-jährigen Janna Hornschuch aus Eberswalde. Jetzt wurden die landesweiten Preise beim Wettbewerb der Krankenkasse DAK-Gesundheit verliehen. Die Ministerin für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz, Ursula Nonnemacher, gratulierte als Schirmherrin der Aktion. „Die Fantasie und das hohe Niveau, auf dem junge Menschen wieder ihre Sicht auf exzessives Trinken ausgedrückt haben, beeindrucken mich sehr. Alkohol wird nach wie vor verharmlost in unserer Gesellschaft und gerade Jugendlichen wird im Alltag gern der Eindruck vermittelt, es sei normal oder sogar cool, Alkohol zu trinken. Deshalb gefällt mir der Ansatz von ‚Kunst gegen Komasaufen‘ besonders, denn die Jugendlichen setzen sich durch ihre Arbeit nicht nur selbst intensiv mit den Gefahren des Alkoholkonsums auseinander, sie laden auch andere zum Nachdenken ein, ohne zu belehren“, so Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher. „Es ist gut, wenn solche wichtigen Gesundheitsthemen in den Schulalltag einfließen“, sagt Anke Grubitz, Leiterin der DAK-Landesvertretung Brandenburg. „Im Kampf gegen das Komasaufen sind Jugendliche ganz wichtige Botschafter. Wenn Schülerinnen und Schüler selbst auf die Risiken des Rauschtrinkens hinweisen und Auswege aufzeigen, dann ist das wirkungsvolle Prävention.“

Plakate sind Botschaften – „Alkohol entfärbt das Leben“
Das erfolgreiche Plakat von Janna Hornschuch zeigt zwei Seiten einer jungen Frau mit und ohne den Einfluss von Alkohol. Ihr Statement dazu: „Alkohol entfärbt das Leben“. Platz zwei geht an die 17-jährige Pia Kerinnis aus Schöneiche. Den dritten Rang belegt Clara Amelie Baron (17) aus Cottbus. Der Sonderpreis für Jüngere geht an die 15-jährige Marie Lagojannis aus Dallgow-Döberitz.

Rund 20.500 Jugendliche mit Alkoholvergiftung
Nach aktuellen Zahlen der statistischen Landesämter landeten 2018 erneut 20.469 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. In Brandenburg waren es 529 Betroffene (204 Mädchen und 325 Jungen) zwischen zehn und 19 Jahren, das ist ein Plus von rund fünf Prozent zum Vorjahr. Experten fordern daher eine weitere Aufklärung über die Risiken des Rauschtrinkens, auch im Schulunterricht. Nach einer Studie des Kieler Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) erklärt die Mehrheit der beim Wettbewerb engagierten Schulkinder, sie hätten durch „bunt statt blau“ etwas über die Gefahren von Alkohol gelernt. Nach Einschätzung der befragten Jungen und Mädchen trägt die Kampagne auch dazu bei, dass Gleichaltrige vernünftiger mit Alkohol umgehen. Deshalb laden die DAK-Gesundheit und Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher zum Plakatwettbewerb „bunt statt blau“ ein. Die Aktion fand in diesem Jahr bereits zum elften Mal statt. Mit inzwischen weit über 100.000 teilnehmenden Kindern und Jugendlichen gilt sie laut Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung als beispielhafte Präventionskampagne.

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