Projekt startet ab Juni in Berlin in der Domäne Dahlem

    Purple Plum, Rundes Gelbes und Crimson Globe erleben im Forschungsprojekt der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen VERN e.V. eine kleine Renaissance. Passend zum Welttag der biologischen Vielfalt am 22. Mai verkündet das Forschungsteam die Einführung der ersten sechs Gemüsesorten, die bis vor wenigen Jahren noch in Genbanken schlummerten.

    Im Hofladen der Domäne Dahlem in Berlin werden sie ab Juni zu finden sein. Sie gehören zu jenen Sorten, die bereits vor hundert Jahren angebaut wurden und über die Jahrzehnte in Vergessenheit gerieten. Ihre Formen, Farben und Geschmäcker unterscheiden sich von den heute im Handel allgegenwärtigen Radieschen, Rote Beten und Bohnen, deren einheitliches Erscheinungsbild die Verbraucher gewöhnt sind. „In der Direktvermarktung wollen wir nun untersuchen, wie diese vergessenen Sorten von den Kundinnen und Kunden angenommen werden“, sagt Josephine Lauterbach, wissenschaftliche Projektmitarbeiterin an der HNEE.

    Hierfür hat sie zusammen mit ihren Kolleginnen der Humboldt-Universität zu Berlin und dem VERN e.V. ein Kommunikationskonzept entwickelt, um auf die Besonderheiten der verschiedenen Sorten im Hofladen hinzuweisen. „Hierbei haben wir uns auf Infos zur Regionalität und Geschmack konzentriert, da dies die potenzielle Kundschaft am meisten interessiert“, berichtet die HNEE-Wissenschaftlerin und bezieht sich auf eine eigene repräsentative Umfrage, die im Vorfeld der Markteinführung bundesweit durchgeführt wurde.

    Sechs der insgesamt 15 ausgewählten Sorten, mit denen sich das Forscherinnenteam intensiver befasst haben, kamen in die engere Auswahl. Die Auswahl beruht auf dem züchterischen Potenzial, dem Gefährdungsstatus sowie dem Anbau- und Vermarktungspotential der einzelnen Sorten, die aktuell auf den Gemüsebaubetrieben des SaatGut-Erhalter-Netzwerk-Ost angebaut und weiterführend geprüft werden. „Da wir mit Material aus der Genbank arbeiten, gibt es mitunter große Unterschiede in Form und Größe innerhalb der einzelnen Sorten.

    Das macht den Umgang mit ihnen im Anbau und im Handel komplizierter. Auch die Verbraucherinnen und Verbraucher sind ein einheitliches Aussehen gewohnt“, sagt Annika Grabau, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität zu Berlin. Durch kontinuierlichen Anbau und aufmerksame Selektion während der Erhaltungszüchtung könne man das jedoch ändern.

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