Kapitulation oder Lösungen für alle Beteiligten?!

    Wiederholt müssen wir uns mit Sachbeschädigung und Vandalismusschäden auf dem Jugendclub-Gelände in Erkner auseinandersetzen. Wieder entstand der Sachschaden im Rahmen einer Privatfeier und der diesbezüglich angemieteten Räume des Jugendclubs (Zeltlerküche).

    In der Nacht vom 8. zum 9. März wurden die Räumlichkeiten vom Jugendclub für eine Geburtstagsfeier untervermietet. Bis etwa 22:00 Uhr waren noch Mitarbeiter vom Jugendclub vor Ort und die Feierlichkeit verlief bis dahin ruhig. Berichtet wurde, dass die Feierlichkeit gegen 0:00 Uhr beendet wurde. Etwa 40 Jugendliche aus verschiedenen Gemeinden (Schöneiche, Grünheide, Gosen, Rahnsdorf, Woltersdorf, Müggelheim, Köpenick und Erkner) verließen in Kleingruppen das Gelände des Jugendclubs. Am Folgetag wurden die Schlüssel von den Mietern an einen Mitarbeiter zurückgegeben und von den Sachschäden berichtet (Anzeige läuft).

    Schon im vergangenen Sommer (2018) gab es viele Sachbeschädigung auf dem Gelände des Jugendclubs, was unter anderem zur Verschärfung der Hausregeln auf dem Gelände und in den Räumen des Jugendclubs führte. Überdies wurde im Herbst eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich der Problematik systemübergreifend angenähert hat. Hierzu haben sich Bürgermeister, Polizei, Ordnungsamt, die unmittelbar, angrenzende Nachbarschaft (Sportplatz) und hoch engagierte Jugendliche, die sich im Clubrat organisieren, die Hände gereicht. Auch wenn Jugendliche mit Jugendlichen ins Gespräch gehen, wissen wir, dass es weiterhin schwierig bleibt und saisonal auch „draußen“ wieder mehr gefeiert wird.

    Auf Grund des letzten Wochenendes und dem Jugendtreffpunkt am Ernst- Thälmann-Platz in Woltersdorf traf sich das Fachteam mit dem Ordnungsamt und den Bürgermeister aus Erkner sowie mit der Amtsleiterin für Soziales und dem Ordnungsamt aus Woltersdorf, um sich gemeinschaftlich über die Thematik Treffen von Jugendgruppen im öffentlichen Raum auszutauschen und Lösungen zu erarbeiten.

    Als Konsequenz des letzten Wochenendes wurde in dieser Sitzung beschlossen, dass Jugendclubgelände nach der Öffnungszeit und am Wochenende zu schließen.

    Leidtragende sind in diesem Fall Jugendgruppen, die mit den letzten Vorfällen nichts zu tun hatten und ein großes Bewusstsein für den Jugendclub und dessen Erhalt haben, sowie fußballinteressierte Kinder und Jugendliche und der Verein FV Erkner 1920.

    Was fehlt den Jugendlichen? Wie gelingt es ihnen, sich für ihre Wünsche und Bedürfnisse konstruktiv einzusetzen bzw. diese durchzusetzen?

    Als Fachteam bedienen wir unter anderem das Handlungsfeld der „mobilen Jugendarbeit“ und suchen regelmäßig die Treffpunkte verschiedenster Jugendgruppen auf. Hierbei steht die Beziehungsarbeit im Mittelpunkt, um die verschiedenen Cliquen kennenzulernen und Bedarfe zu ermitteln. Wir besprechen mit den Jugendgruppen die Folgen und Ursachen von Suchtmitteln und dessen Auswirkungen auf psychosozialer Ebene, aber auch von Sachbeschädigung und Vandalismus und deren Auswirkungen in kommunaler Hinsicht. Wenn eine gute Vertrauensbasis vorhanden ist, kann mit Jugendlichen konstruktiv zusammengearbeitet werden. Es entstehen Projektideen, wie z.B. jugendgeführte Jugendräume, Graffitiprojekte und auch Angebote für unsere Freizeiteinrichtung „Haus am See“.

    In unserer Einrichtung hat sich inzwischen eine Jugendgruppe gefunden und etabliert, die sich auch politisch engagieren will, bis hin zur Gründung eines Jugendbeirates. Erste Gespräche mit dem Bürgermeister haben hierzu bereits stattgefunden. 

    Wir wissen nicht, welches Konzept eine konstruktive Lösung der Problematik darstellt. Wir wissen aber, solange es Kinder und Jugendliche gibt, werden wir uns mit dieser Problematik auseinandersetzen müssen. Überall da, wo insbesondere Jugendliche laut und damit nicht gewollt sind, bzw. verdrängt werden, wird es immer wieder neue Räume geben, die sich Jugendliche erschließen und wo wir nur über Gesprächs- und Beziehungsangebote uns der Problematik stellen können. Der „erhobener Zeigefinger“ hatte bisher am wenigsten Erfolg. Das ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag, wo eben „Alle“ gefragt sind.

    Falk Urzynicok

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