Erschöpft, aber glücklich

Kinder erobern das Wettermuseum! So nannten die Macher des Lindenberger Wettermuseums ein Herbstferienprojekt, das vom Deutschen Museumsbund im Rahmen der Förderinitiative „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ (2018 – 2022) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde.

Konkret war es eine gestaltete Ferienwoche. Am Montag vergangener Woche – also in der zweiten Ferienwoche – trafen 16 Schülerinnen und Schüler (neudeutsch SuS) der Klassenstufen 4 bis 6 der Grundschule Müncheberg ein. Museums-Chef Bernd Stiller meinte dazu: „Kinder waren in den 13 Jahren des Bestehens dieses Museums schon viele da. Und es gibt ein Dutzend Knopfdruckexperimente, da regnet es, der Wind weht, die Morsetaste lärmt. Vor 5 Jahren gebaut von Erwachsenen für Kinder. In dieser einwöchigen Herbstferienaktion sollte es andersherum gehen, Schülerinnen und Schüler gestalten die neue, demnächst bezugsfertige ‚Lernwerkstatt‘ mit! Was wollen sie experimentieren, um Wetter und Klima besser zu verstehen? Was macht Spaß, bleibt aber auch im Gedächtnis?“

Bündnispartner war neben der Grundschule Müncheberg der Verein JuSeV – Jugendhilfe und Sozialarbeit e.V., der in Hirchluch Freizeitgestaltung und Unterkunft bot. Die Firma MST Reisen Herzberg führte den Fahrdienst zwischen Storkow und Lindenberg durch und natürlich An- und Abreise nach Müncheberg.

Die Woche verlief wie erhofft, ständig betreut von Jannis v. Buttlar, dem Umweltbildungsreferenten des Museums, lernten die Kinder nicht nur das Museum kennen, sondern führten auch Experimente durch, besuchten das Richard-Aßmann-Observatorium, probten im „Wetterstudio“ oder bestimmten die aktuellen Lufttemperaturen und Windverhältnisse.

Die Kinder kreierten auch Trickfilme, trainierten als „Peer Guides“ und hatten Spaß beim Drehen des Windenhauses, tonnenschwer und 6 m im Durchmesser. Das alles konnte Jannis Buttlar nicht allein schaffen, so mussten auch Mitarbeiter und Ehrenamtler ran, z. B. Ralf Kraak aus Berlin. Gabi Weitzel hatte alles Organisatorische im Griff und verriet: „Das Essen schmeckte.“ Auch der Chef war volle vier Tage anwesend, ergänzte Bernd Stiller und meinte sich selbst.  Am sechsten Tag ging es um die Eltern, Geschwister und ggf. auch Großeltern.

Sie erhielten eine Führung durchs Museum durch die Kinder, neudeutsch „Peer Guides“, Bilder und Filme der Wochenaktivität wurden vorgestellt, 3 Kids präsentierten sich im „Wetterstudio“ und gemeinsam ging es zum Ballonaufstieg beim Wetterdienst mit Abschlussfoto.

Am Tag 7, die Kinder waren abgereist, folgte für ein Teil des Museumsteams der Tag des Barometers: Nun schon zum dritten Mal beging das Wettermuseum Lindenberg den Tag des Barometers, über 70 Besucherinnen und Besucher stellten sich im Tagesverlauf ein, das war mehr als bei den vergangenen Barometertagen.  

Viel Spaß bereiteten offensichtlich die von Jannis v. Buttlar vorbereiteten Experimente zum Luftdruck, die zu zwei Terminen viele Zuschauer anlockten. Er konnte z. B. mit der Anwendung des Bernoulli-Effektes verblüffen. Aber auch sein Vortrag zum Klimawandel fand breites Interesse. Wie in den letzten Jahren gab es auch in diesem Jahr eine kleine Sonderausstellung. Es wurden unter dem Motto „Aus dem Depot“ besondere Formen von Barometern gezeigt, aber beispielweise auch eine Schulwandkarte der 1960er Jahre zum Thema Luftdruck präsentiert. Natürlich gab es auch Infos zur Geschichte der Barometrie.

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