KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg

2020 nimmt Kulturland Brandenburg die zeithistorische Phase von 1945 bis heute in den Blick und fragt nach den individuellen Erinnerungen und Erfahrungen der Brandenburger/innen
.Kulturland Brandenburg folgt damit der Initiative der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die mit dem Ausstellungsprojekt »Potsdamer Konferenz 1945 – die Neuordnung der Welt« im Schloss Cecilienhof die bis heute spürbaren Auswirkungen der aus der Potsdamer Konferenz resultierenden Nachkriegsordnung vermittelt.

Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Brandenburg, Deutschland und Europa. Dieser Tag hat sich tief in das kollektive Gedächtnis des Landes eingegraben. 75 Jahre später scheint die Botschaft, die von diesem historischen Tag ausgeht, zu verblassen. Das »Nie wieder!«, das zum Leitgedanken unserer Demokratie in Deutschland wurde, wird mehr und mehr in Frage gestellt.

Lebendige Auseinandersetzung mit der Vergangenheit
Kulturland Brandenburg lädt alle Brandenburger und ihre Gäste ein, das kulturelle Erbe und die kulturelle Vielfalt des Landes, aber auch die Zäsuren und Brüche kennenzulernen. Die lebendige Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist der Grundpfeiler einer demokratischen Gegenwart und Zukunft. Welche Erinnerungskultur wollen wir pflegen? Welche Erinnerungen können wir erhalten, wenn die letzten Augenzeugen ihre Erfahrung nicht mehr teilen können? Was wollen wir der jungen Generation mit auf dem Weg geben?

Über 40 Projektpartner künstlerische und kulturelle Projekte im gesamten Bundesland an den Schnittstellen zu Wissenschaft, Tourismus und kultureller Bildung. Sie widmen sich den individuellen Lebensschicksalen, den Hinterlassenschaften des Krieges und dem, durch die politische Neuordnung bedingten, gesellschaftlichen Wandel in der brandenburgischen Geschichte.

Die Eröffnung des Themenjahres
Das Themenjahr wird am 23. April, um 13 Uhr in Tröbitz im Landkreis Elbe-Elster eröffnet. »Kulturland Brandenburg« erinnert an die Befreiung des »Verlorenen Transports« in Tröbitz. Am 23. April 1945 stießen Soldaten der Roten Armee in einem Wald nahe des Bergarbeiterdorfes auf einen Häftlingstransport aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen. Eingepfercht in 45 Viehwaggons fanden sie etwa 2.400 Männer, Frauen und Kinder, die mehr als zwölf Tage lang unter den katastrophalen Bedingungen des Transports gelitten hatten. Auf Befehl der Roten Armee hatten die umliegenden Dörfer eilig Unterkünfte und genügend Verpflegung bereitzustellen. Doch das Engagement der Tröbitzerinnen ging über das Befohlene weit hinaus und steht als ein erster Moment der »Hinwendung zur Menschlichkeit« am Ende der Shoa. »Kulturland Brandenburg« würdigt das unermüdliche und anhaltende Engagement der jüdischen Überlebenden und der Tröbitzer zur Wahrung der Erinnerung.

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