Nutzungskonflikte verstärken sich

Der Weltwassertag, der unter dem Motto „Wert des Wassers“ steht, rufen die Vereinten Nationen dazu auf, nicht nur den finanziellen, sondern auch den ökologischen, sozialen sowie kulturellen Wert von Wasser zu erkennen. Auch in Brandenburg kann und muss daran erinnert werden. Darauf weist der Landeswasserverbandstag Brandenburg e.V., die Vertretung der verbandlichen Wasserwirtschaft, hin. Brandenburg ist zwar von Wassermangel nicht so akut betroffen wie andere Teile der Welt. Doch auch hier haben die Niederschläge in den letzten drei Jahren nicht für die dauerhafte Grundwasserneubildung ausgereicht. In vielen Fließgewässern, etwa im Spreewald, fehlte das kostbare und für das Mikroklima wichtige Nass. Im Hinblick auf den Klimawandel, sich ändernde Konsummuster und das Bevölkerungswachstum müssten sich die Menschen mehr Klarheit über die Rolle und Bedeutung des Wassers in ihrem Leben und für die Umwelt verschaffen. Wasser sei eine begrenzte Ressource, deren Wert es zunächst zu erkennen gelte, um es schätzen und schützen zu können, erklärte Turgut Pencereci, Geschäftsführer der Interessensvereinigung. Dies gelte auch für den Verbrauch in der Industrie und dem produzierenden Gewerbe. Das Land habe ein Niedrigwasserkonzept erarbeitet. Auch wenn in Brandenburg gewährleistet sei, dass rund um die Uhr frisches und einwandfrei-es Trinkwasser aus dem Wasserhahn laufe, müsse doch erkannt werden, dass dieses Gut besonderen Schutzes bedürfe. Wasser sei mehr als nur eine Flüssigkeit zum Duschen oder Baden. Leitungswasser sei Trinkwasser und das bestuntersuchte Lebensmittel. Sein Wert sei nicht nur in Geld zu bemessen, sondern es müsse jedem klar werden, dass ohne dieses Lebensmittel Nr. 1 unser gesamtes Leben auf den Kopf gestellt werde.

In letzter Zeit zeigten sich auch vermehrt Nutzungskonflikte zwischen der Trinkwasserversorgung, der Industrie, der Landwirtschaft und der Energieversorgung. Diese Nutzungskonflikte gelte es zu bewältigen. All dies setze jedoch immer wieder voraus, sich den unschätzbaren hohen Wert des Wassers bewusst zu machen.

Die vom Bundesumweltministerium derzeit entwickelte Nationale Wasserstrategie, die auch unter großer Beteiligung der Bürger erfolge, sei ein wichtiger Schritt hin zu verantwortungsvollem Umgang mit Wasser. Die überwiegend kommunalen Wasserversorgungsverbände und Unternehmen im Lande Brandenburg würden die Gewähr dafür bieten, dass das Wasser rund um die Uhr in Trink-wasserqualität zur Verfügung stünde. Dies müsse man sich immer wieder vor Augen führen. Im weltweiten Vergleich trage die deutsche Wasserversorgung zu hervorragenden Lebens-verhältnissen bei. Auch dies sei der „Wert des Wassers“.

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