Umgeben vom Müggelspree, Löcknitzer Wald & Seengebiet

Vom südlichen Berliner Stadtbezirk Köpenick bis nach Fürstenwalde durchziehen große Waldgebiete, die Flüsse Müggelspree und Löcknitz, die Grünheider-Kageler Seenplatte mit ihren naturnahen Seen unser Verbandsgebiet und sorgen für einen klimatischen Ausgleich für den stetig wachsenden Ballungsraum Berlin. Während der Klimawandel in aller Munde ist und jeden Freitag viele Tausende Menschen auf die Straßen gehen, um Klimaschutzmaßnahmen einzufordern, ja sogar einzuklagen, begrüßt unsere neue brandenburgische Landesregierung eine gigantische Industrieansiedlung in einer ökologisch sensiblen Naherholungsregion.

Statt dieses Gebiet wegen dessen besonderer Bedeutung für die landschaftsbezogene Erholung im Einzugsbereich von Berlin zu erhalten und zu entwickeln, bekommen wir einen Strukturwandel auferlegt, der unsere gesamte Region verändern wird. Zahlreiche Investoren stehen bereits in den Startlöchern. Während über Planungsbeschleunigung debattiert wird, werden alte Bebauungspläne wieder aus der Schublade geholt und sollen unter dem Deckmantel einer nun dringend erforderlichen verbesserten Infrastruktur umgesetzt werden.
Seit Ankündigung der hinter verschlossenen Türen verhandelten Ansiedlungspläne sind ehrenamtlich aktive Mitglieder unseres Vereins bemüht, unserer satzungsgemäßen Aufgabe, dem umfassenden Schutz der Natur und der Umwelt nachzukommen.

In intensiven Gesprächen mit Umweltverbänden auf Landesebene und Vertretern politischer Parteien haben wir mehrfach auf die zu erwartenden gigantischen Auswirkungen für sämtliche Schutzgüter in unserer Region hingewiesen.
Die aktuellen Konfliktfelder bestanden bereits 2001 bei der Entnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet und der Ausweisung der Waldfläche als B-Plangebiet, wobei damals keine konkrete Vorhabensbeschreibung vorlag und die Gemeinde Grünheide (Mark) sich unbedingt um die BMW-Ansiedlung bewerben wollte. Statt einer Wiedereingliederung wurde dieser alte B-Plan von der Wirtschaftsförderung Brandenburgs weiterhin als Industriefläche angeboten, obwohl dieser Landschaftsraum in seiner Gänze andere Aufgaben hat.

Da die Erhaltung der Vielfalt, Eigenart und Schönheit der eiszeitlich geprägten Landschaft als Ausschnitt des Berlin-Fürstenwalder Urstromtals elementar für unser weiteres Bestehen ist, sind wir gegen die TESLA-Industrieansiedlung in Freienbrink-Nord. Ab sofort unterstützen wir deshalb die Bürgerinitiative gegen Gigafactory Grünheide, damit unsere elementaren Bedürfnisse wie sauberes Trinkwasser und gute Luft nachhaltig gesichert bleiben. Wir fordern die Politik auf, sich mit den gigantischen Auswirkungen für unsere Region genauestens auseinanderzusetzen.

Wasser ist Leben Wir brauchen keinen TESLA-Katalysator in bereits durch Dürre und Trockenheit geprägten Region. Artenschutzrechtliche Belange in Zeiten von Artensterben wurden bislang nicht ausreichend berücksichtigt. Wir fordern deshalb eine vegetationsübergreifende Kartierung der gesamten Fläche. Die Fällung von 3.000.000 m² und weiteren ??? ha Wald – also großflächiger Kahlschlag stellen einen massiven Eingriff in unserer Region dar und sollten den rein wirtschaftlichen Interessen nicht untergeordnet werden. Wir fordern die Entscheider und politischen Verantwortlichen deshalb auf gemeinsam mit der TESLA Inc. Lösungen für einen geeigneteren Standort in Brandenburg zu finden, um tatsächlich einen Strukturwandel im Sinne der bislang unzureichend involvierten Bevölkerung zu realisieren.

Vorstand NABU Kreisverband Fürstenwalde

error: Der Inhalt ist geschützt!
X