Brandenburgs Kulturministerium begrüßt Bewerbung

Der Landkreis Märkisch-Oderland hat die Bewerbung unter dem Titel „Das Oderbruch-Menschen machen Landschaft“ im Auftrag der kommunalen Arbeitsgemeinschaft „Kulturerbe Oderbruch“ vorgelegt, das Kulturministerium hat sie an die Kultusministerkonferenz weitergeleitet.

Das Oderbruch ist eine einzigartige Kulturlandschaft, an der sich europäisches Kulturerbe besonders spannend herausarbeiten und darstellen lässt – etwa bei den Themen Technikgeschichte, landwirtschaftliche Entwicklung und Bevölkerungswanderungen. In seiner wechselvollen, aber zugleich auch kontinuierlichen Entwicklung spiegelt sich eindrücklich europäische Kultur-, Geistes- und Wirtschaftsgeschichte wider. Der Landkreis, das Oderbruch Museum Altranft, zahlreiche Kommunen sowie unzählige Einrichtungen, Vereine, Betriebe und Menschen vor Ort haben sich in den vergangenen Jahren mit großer Kreativität und hohem Engagement in diesen Prozess eingebacht und ein äußerst aktives kulturelles Netzwerk entwickelt. Der Entwicklungsprozess im Oderbruch fügt sich sehr gut in die Anstrengungen des Landes ein, die Kultur im ländlichen Raum nachhaltig zu stärken. Ich drücke den Beteiligten die Daumen, dass sie mit ihrem Antrag erfolgreich sind.“

Das Oderbruch ist ein prägnantes Beispiel für die menschliche Formung von Landschaften in der europäischen Geschichte. Als klar abgrenzbarer und mit rund fast 1.000 Quadratkilometern größter besiedelter Flusspolder Europas verfügt es über ein raumübergreifendes Wassersystem, das technische Elemente aus mehr als 250 Jahren integriert. Die Siedlungsgeschichte des Oderbruchs zeigt sich in einer außergewöhnlich hohen Dichte an gut erhaltenen Baudenkmalen und ist in Fischerdörfern, Kolonistendörfern und Loose-Gehöften bis heute deutlich erkennbar. Im Selbstverständnis freier, ihre Existenz selbst verantwortender Menschen, prägen die Kolonisten auch in der Gegenwart eine ländliche Demokratie, die sich durch eine hohe kulturelle und kommunalpolitische Vitalität auszeichnet.

Die Bewerbung wurde über mehrere Jahre von der kommunalen Arbeitsgemeinschaft ‘Kulturerbe Oderbruch‘, der rund 20 Kommunen angehören, entwickelt. Das Oderbruch Museum Altranft – Werkstatt für ländliche Kultur fungierte dabei als Fach- und Koordinationsstelle. Im Rahmen einer Förderung durch die Kulturstiftung des Bundes, hat das Oderbruch Museum in den vergangenen Jahren das europäische Kulturerbe einzelner Orte und der gesamten Kulturlandschaft herausgearbeitet und sichtbar gemacht. Die Kulturstiftung finanziert diesen Transformationsprozess über fünf Jahre mit insgesamt rund 1,5 Millionen Euro. Das Kulturministerium hat die Neuausrichtung des Museums mit insgesamt 45.000 Euro gefördert.

Mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel zeichnen das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union seit 2011 Kulturdenkmale, Kulturlandschaften und Gedenkstätten aus, die die europäische Einigung, die gemeinsamen Werte sowie die Geschichte und Kultur der EU symbolisieren.

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