WEISSER RING befürchtet Anstieg häuslicher und sexualisierter Gewalt an Feiertagen

Der WEISSE RING Märkisch-Oderland befürchtet einen weiteren Anstieg des sexuellen Missbrauchs in Familien zur Weihnachtszeit. Durch den erneuten Teillockdown gäbe es schon jetzt unmittelbare Auswirkungen sexueller Übergriffe innerhalb der Familie, so Christian Skowronek, kommissarischer Leiter für Märkisch-Oderland. „Die Opferfälle in Märkisch-Oderland sind in diesem Jahr dramatisch angestiegen. Wir führen das auch auf die Zeiten des Lockdowns zurück. Die psychischen Belastungen nehmen zu, das wirkt sich besonders innerhalb der Familien aus. Dies stellen wir ebenso in anderen Landkreisen Brandenburgs fest.“ Häusliche Gewalt findet im Verborgenen statt. Oftmals werden sexuelle Straftaten nicht angezeigt, weil Gefühle der Macht- und Hilflosigkeit, aber auch Scham- und Schuldgefühle oftmals die Betroffenen überfordern. Umso wichtiger ist das Angebot des kostenlosen Hilfetelefons von Deutschlands größter Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität. Das Team der Außenstelle Märkisch-Oderland steht Opfern auch von häuslicher und sexualisierter Gewalt zur Seite, auch wenn noch keine Anzeige erstattet wurde.

Unter der bundesweiten Rufnummer sind die geschulten Mitarbeiter täglich von 7 bis 22 Uhr erreichbar

116 006

Um welche Hilfen geht es?

*An erster Stelle stehen die Kontaktaufnahme und das Zuhören – Betroffene erhalten eine persönliche Beratung.

*Neben dem wichtigen menschlichen Beistand, unserer Zuwendung und Anteilnahme, gehört die Inanspruchnahme von möglichen Opferentschädigungen, z. B. nach dem Opferentschädigungsgesetz. Wir unterstützen Betroffene bei der Antragstellung und wenn es erforderlich ist, auch bei der Durchsetzung etwaiger Ansprüche daraus.

*Wir versuchen, einen schnellen Zugang zu Rechtsanwälten, Rechtsmedizinern und Therapeuten zu ermöglichen. Unter bestimmten Bedingungen kann für die Inanspruchnahme dieser Spezialisten auch finanzielle Hilfe geleistet werden.

*Wir geben Hinweise auf rechtliche Möglichkeiten für das erforderliche Fernhalten des Täters vom Opfer nach dem Gewaltenschutzgesetz. So kann es bspw. dem Täter bei entsprechender Antragstellung gerichtlich durch Beschluss untersagt werden, sich dem Opfer zu nähern. Besonders bei Kindesmissbrauch ist es wichtig, dass Täter Kontaktverbot erhalten, z.B. Nachbarn oder Verwandte, bzw. auffällige Mitarbeiter aus Kitas oder Schulen suspendiert werden.

Die Außenstelle des WEISSE RING Märkisch-Oderland betont, dass häusliche und sexualisierte Gewalt nicht nur körperliche Verletzungen nach sich ziehen können, vor allem geht es um seelische Folgen. Traumata sind nach Jahren noch präsent, bei vielen Betroffenen ein Leben lang. Das Trauma kann zwar psychologisch bearbeitet, aber vom Opfer nicht vergessen werden. Sexualisierte Gewalt gehört zu den schlimmsten Ereignissen, die einem Menschen passieren kann. Ein großes Problem bei vielen Opfern ist es z.B., sich zu solchen Tätern und deren Taten zu bekennen. Das erfordert viel Mut. Dazu gehört auch, sich zu öffnen und sich vertrauensvoll an den WEISSEN RING bzw. an die Polizei zu wenden.

WEISSER RING e.V.
Außenstelle Märkisch-Oderland
0151/ 55 164 697
brandenburg@weisser-ring.de
Internet: www.weisser-ring.de

error: Der Inhalt ist geschützt!
X