Theaterstück „Reise zum Glück“ als große Überraschung

Das Sommerfest des Erwachsenenwohnbereiches der Samariteranstalten an der Kulturfabrik findet jedes Jahr statt und ist zu einer festen Tradition geworden. Es birgt immer eine Vielzahl an Überraschungen, sehr zur Freude der Bewohner, die sich auf diese Festivität immens freuen. Mit einem Open Air Gottesdienst eröffnete der Theologische Vorstand der Samariteranstalten, Pfarrer Paul-Gerhardt Voget, das Sommerfest. Gefeiert wurde auf dem gesamten Gelände der Kulturfabrik mit allerlei verschiedenen Unternehmungen. Das absolute Highlight war am Nachmittag das Überraschungstheater der Bewohnern des Erwachsenenwohnbereiches – eine kreative Koproduktion zwischen der Korczak Schule und Mitgliedern der zukünftigen ersten Heilerziehungspflegeklasse, unter Anleitung des Theaterpädagogen Paul Grasshoff und den Spielerinnen und Spielern des Erwachsenenwohnbereiches. Manuela Schmidt, Wohnbereichsleiterin des Rosalienhofs, ist von der Zusammenarbeit und der daraus resultierenden Unterstützung überwältig, zumal sie auch die Koordinatorin der bereits bestehen Theatergruppe „Kaudawälsch“ ist, die seit nunmehr sechs Jahren in lockerer Einfachheit besteht.

Alle waren sich einig, dass es nur ein Improvisationsstück sein kann, aber es sollte schon eine Geschichte als Grundlage vorhanden sein, auf die man aufbauen kann. Man setzte sich zusammen und überlegte, was man machen könne. Es sollte ein Stück sein, das glücklich macht und das thematisch zu allen passen könnte. Lange hat es nicht gedauert und die Einigung auf „Glück“ als Plattform war gefunden. Das hatte zur Folge, dass den Darstellern zum Thema sehr viel einfiel, wie sich was abspielen könnte. „Reise zum Glück“ sollte das Stück heißen und dann musste nur noch geklärt werden, was die Reise beinhalten sollte. Das Ensemble setzte sich nunmehr aus zukünftigen Schülern der Heilerziehungspflegeklasse und Bewohnern mit kognitiver Beeinträchtigung zusammen. Dieses Zusammenspiel war entscheidend für das Stück und mit einer gewissen Symbolik verbunden. Beide – Schüler und Bewohner – konnten voneinander lernen. Auch Paul Grasshoff war davon beigeistert, mit beiden Gruppen etwas auf die Beine zustellen und ein Zusammenspiel mit Respekt auf Augenhöhe zu initiieren. Letztlich handelte die Geschichte vom Verpassen des Zuges zur „Reise zum Glück“ und davon, was sich dann auf dem Bahnsteig und im Bahnhof so für Szenen abspielen, bevor der nächste Zug kommt. Auch wenn in kleinen Gruppen geprobt und die Szenerien einstudiert wurden, ist es für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung sehr schwer, sich auf unerwartete Situationen einzustellen. Umso verblüffter war man, als das Stück zur Aufführung kam, darüber, wie sehr die einzelnen Darsteller und Darstellerinnen plötzlich alle Hemmungen fallen ließen und ganz emotional improvisierten und doch irgendwie ihr Ding machten.

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Paul Grasshoff und Manuela Schmidt empfanden die Zusammenarbeit der zukünftigen Schüler der Heilerziehungspflegeklasse der Korczak Schule ganz spannend. Denn noch vor Beginn der Ausbildung lernen sie schon jetzt in einzelnen Schritten nicht nur die soziale Kompetenz zu schätzen, sondern auch das kreative Lernen und dass dies ein Mittel des Kontaktes sein kann. Nach diesem großartigen Erfolg – mit Zugabe – wurde es dann etwas ruhiger. DJ Niclas kümmerte sich hervorragend um seine tanzenden Gäste und untermalte die Veranstaltung. Die Band „Whisky, Milk and Water“ sorgte zum Abend hin weiter für die handgemachte gute Musik und zum Abschluss und zur Freude der Gäste gab es noch ein Feuerwerk, was wie fast immer spitze war.  

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