Verbraucherzentrale übergibt Jahresbericht

Probleme mit Reiseunternehmen, Betrug mit Fake-Kryptowährung und untergeschobene Verträge am Telefon – im Pandemiejahr 2020 hatten die Sorgen der Verbraucherinnen und Verbraucher oft mit Corona zu tun. Die Verbraucherzentrale Brandenburg half rund 56.000 Verbrauchern mit persönlicher Beratung und Informationen weiter. Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher lobte die Verbraucherzentrale für ihre Umstellung auf telefonische Verbraucherberatung, die damit lückenlose Beratungsmöglichkeiten auch in der Pandemie sichergestellt hat.

Gemischt fiel das Fazit von VZB-Geschäftsführer Dr. Christian A. Rumpke bei der Vorstellung des Jahresberichtes aus: „Die Pandemie hat bestehende Fehler im System wie mit einem Brennglas verstärkt. So stieg der Beratungsbedarf zu Anfang der Corona-Zeit besonders beim Reiserecht deutlich. Hatten wir im Jahr 2019 noch vier Prozent Beratungen zum Reiserecht, machte die Beratung rund um Stornierung, Gutscheinregelung und Rückerstattung im Corona-Jahr beachtliche 20 Prozent aus. Diese Spitze konnten wir über die nahtlose Umstellung auf telefonische Beratung und zusätzliche Digitalkanäle zwar voll abfangen. Jedoch bleibt die Wurzel des Übels und verursacht nach wie vor hohe Schäden bei den Verbrauchern.“ Gemeint ist, dass die Reise-Branche weitgehend auf Pump funktioniert, indem künftig Reisende aktuelle Leistungen durch die Vorkasse-Regelung vorfinanzieren. Kommt das System wie in der Pandemie zum Erliegen, sind die Verbraucher die Leidtragenden, die teilweise über Monate oder vergeblich ihrem Geld hinterherlaufen.

Neben der Reiseproblematik, die fast alle Menschen traf, die Urlaub geplant hatten, gab es auch Probleme mit ungewollten Verträgen und betrügerischen Angeboten im Bereich der Geldanlage. „Pandemiebedingt waren die Menschen öfter zu Hause anzutreffen. Und das nahmen Abzockerinnen und Abzocker, Vertreterinnen und Vertreter zum Anlass, ungewollte Verträge wieder vermehrt am Telefon unterzuschieben oder direkt nach Hause zu den Verbraucherinnen und Verbraucher zu kommen, um ihnen unerwünschte Energieverträge, Zeitschriftenabos oder Matratzen zu verkaufen“, so Rumpke. Besonders auffällig waren bittere Fakes rund um Kryptowährungen und Co. „Weil der Konsum deutlich einbrach, hatten manche Menschen nun mehr Geld zur Verfügung, das sie investieren wollten. Das brachte Betrüger auf dem Plan, die Fake-Trading- Plattformen eröffneten und zum Beispiel via WhatsApp engen persönlichen Kontakt zu ihrem Opfern aufbauten. So prellten sie diese teilweise um mehrere 10.000 Euro“, berichtete, der Verbraucherschützer.

Rund 56.000 Brandenburger haben im Jahr 2020 die Leistungen der Verbraucherzentrale in Anspruch genommen. Diese Kontakte verteilen sich auf fast 13.500 umfängliche Rechtsberatungen, ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Umstellung auf die telefonische Beratung als Hauptkanal führte dazu, dass Ratsuchende im Schnitt schneller Hilfe erhielten. Die Verbraucherzentrale ermöglichte eine qualifizierte Rechtsberatung landesweit in der Regel am darauffolgenden Werktag. Dazu kamen über 39.600 Kurzinformationen (minus sieben Prozent) sowie 2.700 Gruppenteilnehmende. Dass diese Zahl mit minus 75 Prozent deutlich geringer ausfiel als im Vorjahr, lag an der pandemiebedingten Einstellung von Messepräsenzen und Vorträgen vor Ort.

Der Jahresbericht mit weiteren Zahlen, Themen und Rahmendaten https://www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/node/64856

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