Mein Wunsch: Menschlichkeit & Mut in 2017!

Mit Rückblick auf das Jahr 2016 muss ich feststellen, dass es für die Welt, für die Region und unsere Stadt nicht nur ein gutes Jahr war. Auffallend vor allem ist, dass Egoismus und Missgunst Raum greifen in einer Art und Weise, wie ich es nicht für möglich gehalten habe. Anstand und Solidarität bleiben dabei auf der Strecke ebenso wie die Wahrheit. Im Netz genauso wie in manchen Medien, in Europa und in der Welt genauso wie in Fürstenwalde. Manch Stadtverordnetenversammlung ist hierfür ein beredtes Beispiel. Das belastet und verstellt oft den Blick auf Erreichtes, das Mut macht, und auf Erfolgreiches, das Ansporn gibt. Dazu zählt für mich, dass es der Verwaltung und uns als Kommunalpolitiker*innen gelungen ist, aus großen Förderprogrammen einige  Millionen für die nächsten Jahre einzuwerben. Das sichert dem Jagdschloss und der Aufbauschule eine Zukunft. Damit entwickeln wir den Bahnhof zu einer wirklichen Drehscheibe der Region und als attraktives Eingangstor unserer Stadt. Wir bauen unsere Grundschulen um – hoffentlich zu Lernorten, die noch in zehn Jahren modern sind und Spaß beim Lernen und Lehren bereiten! Neue Wohngebiete entstehen und auch in den Mietwohnungsbau wird investiert. Das alles sichert Investitionen für das regionale Gewerbe, Arbeitsplätze und Entwicklung statt Stillstand. Es geht also vorwärts – und trotzdem keine Zeit sich bequem zurückzulehnen. Die Bürger*innen erwarten auch in 2017 zu Recht, dass wir verlässlich und klar in unseren Überzeugungen sind. Ständig wechselnde Positionen geben keine Orientierung und vor allem auch keinen Raum für den Streit um die besten Ideen! Besserwisserei und (falsche) Unterstellungen helfen genauso wenig weiter, wie billiger Populismus wider besseren Wissens und vor allem wider der besten Lösung! Nicht nur die Kanzlerin gab ihr „freundliches, menschliches Gesicht“, das sie zu Beginn der Flüchtlingswelle zeigte, unter christsozialem Druck auf. Nein, auch viele Mitmenschen und Freunde verloren eigenen Mut und Menschlichkeit im Anblick der großen Aufgabe und des großen Leids der Geflüchteten. Irgendwie waren die eigenen Ängste und Nöte vielen näher, als das Leid derer, die sich auf den Weg machten. Dabei verlassen doch die Wenigsten gerne ihre Heimat, in der sie sprachlich, kulturell und sozial zu Hause sind! Ich wünsche mir deshalb für das neue Jahr vor allem wieder Mut zu Menschlichkeit! Und das gilt für alle Menschen in Not. Für die Kinder in Aleppo genauso wie für die Kinder, die in unserer Stadt in Armut und bedroht von Gewalt aufwachsen. Und auch davon gibt es leider genug – wie ich als Mitglied des Jugendhilfeausschusses des Kreistages im jährlichen Kinderschutzbericht erfahren musste.
Solidarität und Menschlichkeit sollten wir auch zur Bundestagswahl 2017 zeigen. Unser Wahlkreis hat mit Martin Patzelt einen christdemokratischen Bundestagsabgeordneten nach Berlin gesandt, der mit seinem alltäglichen Engagement für Geflüchtete die Politik der Kanzlerin ganz konkret in Frage stellt. Das ist ebenso herausragend, wie das Engagement des linken Bundestagsabgeordneten Thomas Nord, der als Vorsitzender der deutsch-polnischen Abgeordnetengruppe sehr engagiert daran mitwirkt, unsere deutsch-polnische Grenzregion zu einem gemeinsamen nachhaltigen Wirtschafts- und Sozialraum zu gestalten. Beide sind eine deutlich bessere Wahl, als dass Oder-Spree mit Alexander Gaulandt einen erzkonservativen Nationalisten und Chauvinisten nach Berlin entsendet. Ein aufgeklärter Europäer sollte uns in Berlin vertreten. Und wer sich hier Bilanz der beiden bisherigen Bundestagsabgeordneten ansieht, versteht, dass ich mir wünsche, dass Thomas Nord direkt aus Oder-Spree und Frankfurt nach Berlin wieder entsandt wird.

Stephan Wende,
Vorsitzender der LINKEN Fürstenwalde und Mitglied des Kreistages

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