Letzten Samstag von zehn bis vierzehn Uhr lud die Korczak Schule zum Tag der offenen Tür und zum Weihnachtsmarkt ein – passender könnte es auch gar nicht sein. Denn gerade jetzt, in der Zeit der Besinnlichkeit, lässt die Schule die Besucher einen Blick auf das Lernen und Schaffen der 264 Schüler in den Lehrgängen Erzieher, Sozialassistent und Heilerziehungspfleger werfen.
Die Lernenden hatten zum einen draußen einen kleinen Weihnachtsmarkt, mit selbstgemachten Leckereien und kreativen Ideen bestückt, liebevoll aufgebaut. Drinnen konnten Besucher sich den Lehrinhalten der jeweiligen Ausbildung nähern und einiges praktisch austesten und lernen. Im Raum der angehenden Sozialassistenten/innen zum Beispiel wurde anhand einer Puppe gezeigt, wie man ein Baby richtig wickelt und mit kleinen Kindern umgeht. Romana Germann, Schulleiterin der Korczak Schule Fürstenwalde, verriet, dass die Schüler, die momentan noch am Anfang ihres ersten Ausbildungsjahres stehen, im zweiten Semester eine noch intensivere Erfahrung machen werden, mit Hilfe des Projektes „Real Care Baby“. Eine computergesteuerte Puppe mit lebensnahen Bedürfnissen muss betreut werden und speichert alles, was die „Eltern“ mit ihm tun. Dies wird am Ende ausgewertet und darauf aufbauend gelehrt. Beim Lehrgang Sozialassistent/in wird aber nicht nur auf Kinder, sondern auf alle sozialen Bereiche, wie Altenpflege, Jugendarbeit und Säuglingspflege, geachtet. Bei den angehenden Erziehern/innen gab es ebenfalls viel Praktisches zu sehen. Einige Schülerinnen erklärten das Projekt „Forscher- und Entdeckerkisten“. Bei der Arbeit mit Kindern in z.B. Kitas müssen die Jugendlichen lernen, sich noch einmal in die Lage der Knirpse zu versetzen und Ideen zu entwickeln, mit denen sie die Kleinen spielerisch, aber lehrreich unterhalten können. Eine Forscherkiste könnte zum Beispiel unter dem Motto „Mach auf, mach zu!“ stehen und viele Dinge enthalten, an denen die Kinder Verschlusstechniken lernen können. Das praxisbezogene Arbeiten wird an dieser Schule großgeschrieben und so oft wie möglich in den Lehrinhalt integriert. Auch die Schüler der Heilerziehungspflege zeigten, was sie für den Tag der offenen Tür bereitgestellt haben. Unter anderem gab es „Testspiele“ für das Fühlen, Hören, Sehen und Schmecken, um nachempfinden zu können, wie sich sinnesbeeinträchtigte Menschen fühlen. Außerdem hatten die Lernenden viel zum Thema „Behinderung – Was ist das?“ geschaffen, einige verschiedene Definitionen des Begriffs aufgestellt und eine Tafel aufgestellt, an der die Besucher selbst verewigen konnten, was genau sie für eine Behinderung halten. Auch der Kunstraum war zum Besichtigen freigegeben, genauso wie der Musikraum, in dem das Trommeln und das gemeinsame Musizieren ausprobiert wurde. Spannend war auch das aufgebaute Schwarzlichttheater, in dem die Schüler oft durch wenige Mittel etwas Unvergessliches, Schönes schaffen. Leider ist dieses Theater noch nicht von dauerhaftem Bestand, allerdings soll das Schulgebäude bald einen Anbau bekommen, in dem Dinge wie gerade das Schwarzlichttheater eingerichtet werden könnten. In der Korczak Schule geht es um das Eintauchen in die Welt des sozialen Miteinanders. Die Schüler, die hier beginnen, wissen oft noch nicht genau, was sie in Zukunft machen möchten und bekommen durch diese Schule eine Chance geboten, sich selbst besser kennenzulernen. Wie weit kann ich gehen? Was kann ich gut, was nicht? Das Arbeiten miteinander und die vielen Möglichkeiten sich zu orientieren, seine Grenzen zu testen und anzunehmen, all das und mehr möchte die Schule bieten und vermitteln. Mit einem Abschluss eines Lehrganges der Einrichtung hat der/die Absolvent/in die Fachoberschulreife (FOR) erreicht. Die Lehrkräfte der Schule haben selbst Berufe in den jeweiligen Bereichen und stehen den Lernenden so mit Rat und Erfahrung bei Seite.

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