Offener Brief der der Elterninitiative Fürstenwalde-Süd

Kein Platz für Schulanfänger

Im Moment kämpfen ein paar engagierte Eltern gegen Windmühlen. In diesem Fall gegen den Bürgermeister und die Verwaltung der Stadt Fürstenwalde. In diesem Schuljahr 2017/18 hat sich die Schulplatzsituation in Fürstenwalde-Süd so sehr zugespitzt, dass 23 Schulanfänger keinen Platz in der nächst gelegenen Gerhard-Goßmann-Grundschule (GGG) erhalten haben. Viele von den abgelehnten Kindern haben bereits Geschwisterkinder an der Schule, die Eltern sind alle berufstätig, teilweise alleinerziehend, Pendler und Schichtarbeiter. Weiterhin wird 9 Kindern dieser Schule die Möglichkeit verwehrt, die erste Klasse zu wiederholen. Die Schule ist maximal ausgelastet (ab diesem Schuljahr durchgängig dreizügig), es fehlen Fachräume und die Mensa ist viel zu klein. Im Vergleich zum letzten Schuljahr gibt es dort nun ca. 50 Schüler mehr. Gleichzeitig wird die Schule über 3 Jahre in den Sommerferien saniert, was bei nicht rechtzeitiger Fertigstellung der einzelnen Bauabschnitte (Klassenräume) wieder zu Engpässen führen wird.

40% aller Schüler kommen aus Fürstenwalde-Süd, für diesen Stadtteil gibt es nur eine Schule. 60% der Schüler wohnen in Mitte und Nord und haben 4 Schulen zur Verfügung (2 davon Ersatzschulen). Stabile Geburtenzahlen, Zuzug aus der Hauptstadt und Bautätigkeit von jungen Familien, haben in Fürstenwalde/Süd die Einwohnerzahlen rapide steigen lassen.

Die Konsequenzen sind gravierend: Seit 2015 fahren bereits täglich zahlreiche Flüchtlingskinder aus den Heimen in Süd nach Nord, weil es keine freien Kapazitäten in Wohnortnähe gibt. Der Schulweg beginnt hier bereits um 6:30 Uhr, um pünktlich zur ersten Stunde um 8:00 Uhr zu gelangen.

Laut Stadt sollen nun die abgelehnten Kinder zukünftig in einer provisorischen Flex-Klasse an der Sigmund-Jähn-Grundschule (SJG) unterrichtet werden, die sich am anderen Ende der Stadt befindet und die einzige Schule in Fürstenwalde ist, die überhaupt noch Kapazitäten frei hat. Nicht nur der Fahrweg ist für die Kinder zu weit (50-60 Minuten), sondern auch das komplette soziale Umfeld dieser Kinder befindet sich nicht in Nord. Tägliches Pendeln gehört für viele zum Berufsalltag, für 6-jährige Kinder ist es unzumutbar!

In der Verwaltung ist das Problem seit Jahren bekannt. Schülerprognosen werden nur unregelmäßig erhoben und wenn sie später nicht stimmen, sind kurzfristige Bevölkerungswanderungen die Erklärung. In Fürstenwalde Süd wurden und werden neue Baugebiete entwickelt ohne an die Konsequenzen für die Infrastruktur zu denken. Die Zahlen der gestellten Bauanträge und der Geburten belegen, dass mit weiteren Zuwächsen der Grundschüler schon für das nächste Schuljahr zu rechnen ist und dass der Schwerpunkt hierfür in Fürstenwalde/Süd sein wird. Die Prognosen der Schulentwicklungsplanung des Landkreises für die kommenden Jahre sehen noch einmal eine Verschärfung dieser Situation voraus. Auch in den kommenden Jahren ist mit zahlreichen Ablehnungen von Eltern aus Fürstenwalde/Süd und Rauen zu rechnen.

Als präferierte Lösungsoption schlägt die Stadt den betroffenen Eltern einen Bus Shuttle von Süd nach Nord vor.  Und wie praktisch ist dabei die Tatsache, dass die Schülerfahrtkosten vom Landkreis und nicht von der Stadt Fürstenwalde getragen werden müssen. Sinnvoll und besonders nachhaltig erscheint die Lösung trotzdem nicht, bedenkt man das fehlende soziale Umfeld der Kinder und dass in 3 Jahren weit über 100 Schüler von einem zum anderen Ende der Stadt gefahren werden müssen. Das Stadtzentrum ist zu Stoßzeiten derzeit schon völlig überlastet. Und dabei bedacht hat man auch nicht, dass die Kinder erst einmal zum Shuttle hinkommen müssen, welches dann die Gesamtfahrtzeit der Kinder nicht wesentlich verkürzen würde.

Dieses Problem besteht vorübergehend. Voraussichtlich zum Schuljahr 2020/21 werden die Grundschulkapazitäten in Fürstenwalde/Süd erweitert, wenn die Pläne des Landkreises zügig umgesetzt werden. Dann werden räumliche Kapazitäten für eine weitere dringend benötigte Grundschule in Fürstenwalde-Süd frei.

Die Eltern der abgelehnten Kinder setzen sich dafür ein, dass übergangsweise, genau für den prekären Zeitraum moderne und klimatisierte Schul-Elemente in Modul-Bauweise an der Goßmann-Grundschule aufgestellt werden. Im Erweiterungsbau können neben fehlenden Klassenräumen auch fehlende Fachräume und eine kleine Mensa untergebracht werden. Diese Lösung ist schnell, kostengünstig und nachhaltig. Von dieser Variante profitieren nicht nur die neuen Schüler, sondern auch die bereits vorhandenen und zukünftigen Schüler an der Goßmann-Grundschule die in den kommenden Jahren wohnortnah in Fürstenwalde/Süd lernen wollen.

Am 29.06.2017 wird ab 18:30 Uhr im Festsaal des alten Rathauses eine Entscheidung getroffen. Wir bitten alle Eltern von zukünftigen Schulkindern die Möglichkeit zu nutzen bei der Einwohnerfragestunde Fragen zu stellen und unsere Initiative zu unterstützen.

https://www.openpetition.de/petition/online/ja-zur-erweiterung-der-gerhard-gossmann-grundschule-in-fuerstenwalde-sued

 

 

gezeichnet Elterniniative Fürstenwalde-Süd

Teile diesen Beitrag
error: Der Inhalt ist geschützt!
X